Das Thema Sonntagsöffnung im Handel sorgt wieder einmal für Debatten. NEOS fordert eine Liberalisierung der Öffnungszeiten, die SPÖ lehnt ab, die Wiener ÖVP wünscht sich „konkrete Lösungen“. NEOS wünscht sich, dass eigentümergeführte Geschäfte öffnen können sollen, soweit keine Mitarbeiter davon betroffen seien. Außerdem wolle man bundeseinheitliche Regelungen, wie man die Möglichkeiten geltender Regelungen nutzen könne, sagte NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Hofer heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Österreich habe eine der rigidesten Regelungen in ganz Europa, so Hofer, der etwa auf die vollständige Liberalisierung in Schweden verwies. Das schade in Österreich der Wirtschaft in einem Zeitpunkt, an dem es gerade dem Handel auch nicht rosig gehe. Hofer sprach von Milliarden an Umsatzentgängen, die auch dem Fiskus abgehen würden. „Etwas, was wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nur ganz schwer leisten können.“

Debatte dreht sich vor allem um Wien

Konkret dreht sich die Debatte vor allem um Wien. Der NEOS-Landtagsabgeordnete Markus Ornig (NEOS Wien) kritisierte, etwa während des Song Contest habe man durch zwei Schließtage etwa 150 Millionen Euro an Wertschöpfung liegen gelassen. Er appellierte an SPÖ und ÖVP.

Absage von der SPÖ

Eine Absage kam postwendend vom Koalitionspartner SPÖ. „Ein freier Sonntag erhöht die Lebensqualität enorm, weil er Zeit für Erholung und gemeinsame Zeit mit der Familie ermöglicht. Der arbeitsfreie Sonntag stellt sicher, dass es einen Tag in der Woche gibt, an dem alle Familienmitglieder Zeit füreinander haben“, so SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim in einer Aussendung.

Markus Figl, Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, will „praxistaugliche Lösungen, die sowohl den Bedürfnissen der Wirtschaft als auch dem Schutz der Arbeitnehmer Rechnung tragen“.

„Wer Sonntagsarbeit zur Regel machen will, ignoriert die Realität in den Filialen und an den Kassen“, sagte GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. Denn 97 Prozent der Handelsangestellten würden sich klar gegen Sonntagsarbeit aussprechen. „Dieses deutliche Votum darf die Politik nicht überhören.“