Für den Krisenkoordinator der Bundesregierung, Peter Vorhofer, ist trotz der anhaltenden Hitzewelle die Lage in Österreich im Griff. Nichtsdestotrotz rief er gestern bei einer Pressekonferenz nach einem interministeriellen Treffen auf Beamtenebene zum Wassersparen auf.

Auch appellierte er eindringlich, in Wäldern auf Feuer zu verzichten. Nicht allzu rosig war der mittelfristige Ausblick die Trockenheit betreffend.

Wie Vorhofer berichtete, zeigten sämtliche Wettermodelle, dass sich auch im Laufe des Jahres keine Entspannung bezüglich Temperaturen und Niederschlägen anbahne. Einzig der November dürfte ein Ausreißer sein. Insgesamt sei bis Weihnachten aber mit keiner Entspannung zu rechnen.

Punktuelle Wasserengpässe möglich

Sorgen um die Trinkwasserversorgung muss man sich laut Vorhofer, der als Regierungsberater für nationale Sicherheit und Krisenvorsorge fungiert, nicht machen, auch wenn 90 Prozent der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände aufwiesen. Punktuelle Engpässe könnten daher in einzelnen Gemeinden auftreten, doch seien die mit Ausgleichsmaßnahmen in den Griff zu bekommen.

Dennoch riet der Krisenkoordinator: „Wer immer Wasser sparen kann, möge das bitte tun.“ Das gelte vor allem für Außenbereiche.

Auch die Energiesicherheit ist für Vorhofer weiter gegeben, wiewohl einzelne Kraftwerke wegen Problemen mit fehlendem Kühlwasser gar nicht oder nur zum Teil zum Einsatz kommen können. Als besonders hilfreich erweisen sich derzeit Photovoltaikanlagen. „Mittelfristig“ seien daher keine Probleme zu erwarten. Punktuell könnte man sogar in Nachbarländern aushelfen.

Hilfen für Landwirtschaft nötig

Stark von der Trockenheit betroffen ist die Landwirtschaft. Wörtlich sprach Vorhofer von einer „historischen Belastungsprobe“. Eine unterdurchschnittliche Ernte sei zu erwarten, die Gesamtproduktion werde den Vorjahreswert deutlich unterschreiten. Daher empfiehlt er auch Hilfen für die Landwirtschaft. Zinslose Kredite wären eine Möglichkeit, erklärte der Koordinator auf Nachfrage.

Kritik von Grünen

Kritik kam von den Grünen. „Unser Land ist ausgetrocknet – die Menschen leiden unter der Hitze, wir erleben dramatische Waldbrände, Bauern müssen ihr Vieh schlachten, weil das Futter nicht mehr reicht. Aber die Bundesregierung ist einfach abgetaucht und erscheint nicht einmal zu ihrem eigenen Krisengipfel“, sagte Grünen-Chefin Leonore Gewessler.