Der ehemalige Kommandeur der mächtigen iranischen Revolutionsgarde (IRGC), Mohsen Resai, ist neuer Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates. Der oberste Führer Modschtaba Chamenei habe ihn ernannt, teilten iranische Medien gestern übereinstimmend mit.

Mit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar waren durch amerikanisch-israelische Luftangriffe viele zentrale Personen der iranischen Führung getötet worden. Dass nun der bisherige Vorsitzende des Sicherheitsrates, der eher unbekannte Brigadegeneral Mohammed Bagher Solghadr, durch Resai ersetzt wird, könnte auf eine weitere Festigung des Einflusses der IRGC auf die Regierung hindeuten.

Mit 27 Jahren Kommandeur der Revolutionsgarde

Resai gilt als eine der dienstältesten Figuren des iranischen Machtapparats: Bereits zu Zeiten des Schahs war er Teil einer Organisation, die mitunter gewaltsam den Boden für die islamische Revolution 1979 bereitete. Als 27-Jähriger wurde er während des Iran-Irak-Krieges Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde. In den vergangenen Jahren widmete er sich der Politik.

Der Nationale Sicherheitsrat gilt als ein zentrales Kontrollgremium innerhalb der Islamischen Republik. Das mächtige Gremium befasst sich mit Fragen rund um die nationale Sicherheit. Neben dem Präsidenten als Vorsitzenden gehören dem Rat mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generäle an. Der Rat trifft Entscheidungen über dem Parlament, die nach Zustimmung durch den Religionsführer final sind.

Chamenei-Treffen mit Peseschkian?

Chameneis Büro meldete gestern indes ein Treffen des obersten Führers des Iran mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian. Den Angaben zufolge sprachen die beiden „ausführlich über die Probleme und Herausforderungen des Landes“, einschließlich der „derzeitigen militärischen Lage und der Zukunftsaussichten“.

Wann genau das Treffen stattgefunden hat, wurde nicht mitgeteilt. Am Mittwoch hatte Peseschkian die Kommunikation mit Chamenei noch als „momentan sehr schwierig“ bezeichnet.

Iran veröffentlicht Video

Chamenei ist der Nachfolger von Ajatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte und am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar getötet worden war. Sein Sohn Modschtaba Chamenei, der seine Nachfolge antrat, ist seitdem nie öffentlich aufgetreten.

Inmitten weiter laufender Spekulationen über seinen Gesundheitszustand veröffentlichte der Iran gestern indes ein Video, auf dem Chamenei erstmals in der Position als oberster Führer zu sehen sein soll. Zeitpunkt und Ort der Filmaufnahmen sind bisher nicht bekannt.