Nach der Ernennung eines neuen obersten Sicherheitsberaters werden im Iran sechs militärische Führungspersonen neu bestimmt. Die Dekrete zu den Neubesetzungen wurden gestern auf einem Telegram-Kanal veröffentlicht, der Nachrichten des obersten iranischen Führers Modschtaba Chamenei transportiert. Iranische Medien berichteten gleichlautend und zeigten Bilder einer Zeremonie, bei der Chamenei aber nicht zu sehen ist.

Nachdem bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen insbesondere zu Beginn des Iran-Krieges gezielt militärische Führungspersönlichkeiten im Land getötet worden waren, könnten die Neubesetzungen eine gewisse Ordnung in die Führung bringen. Zudem könnten die Ernennungen ein Zeichen dafür sein, dass Teheran von einem akuten Krisenmodus in Richtung Formalisierung und Konsolidierung des Machtapparats übergeht.

Zwei Namen ragen heraus

Zwei Persönlichkeiten stechen hierbei hervor: So wird Ahmad Wahidi in den Rang eines Generals befördert und als Oberbefehlshaber der mächtigen Revolutionsgarde (IRGC) formal festgelegt. Er führte die Rolle bereits seit der Tötung seines Vorgängers aus. Zudem wird mit Hossein Taeb der frühere Geheimdienstchef der IRGC zum neuen Chef der paramilitärischen Basidsch-Milizen.

Daneben wurden die Brigadegeneräle Ali Abdollahi als Stabschef der Streitkräfte und Ali Asmai als Kommandeur der Seestreitkräfte der Revolutionsgarde ernannt. Zwei weitere Ernennungen betreffen Stellvertreter.

Erst am Sonntag hatte Chamenei den ehemaligen IRGC-Kommandeur Mohsen Resai als neuen Vorsitzenden des iranischen Nationalen Sicherheitsrates ernannt. Der Iran-Experte Hamidreza Azizi bewertete in der „New York Times“ die Benennung als eine Ausbalancierung des Einflusses des Parlamentspräsidenten Mohammed-Bagher Ghalibaf, der in den Verhandlungen mit den USA zuletzt als Chefunterhändler auftrat.