Nach einem Anstieg des Donau-Pegels fährt Ungarn die Stromproduktion in seinem einzigen Atomkraftwerk wieder leicht hoch. Es sei damit begonnen worden, eine der Turbinen des Kraftwerks Paks in Betrieb zu nehmen, sagte Ministerpräsident Peter Magyar heute. Diese solle noch am Abend wieder Strom erzeugen. Derzeit läuft das Kraftwerk nur mit etwa zehn Prozent seiner Kapazität.

Ungarn hatte Paks wegen des historischen Niedrigwassers der Donau heruntergefahren. Zum Betrieb ist das Kraftwerk auf Kühlwasser aus dem Fluss angewiesen. Nach Regenfällen in Österreich in der vergangenen Woche war mit vorübergehend steigenden Wasserpegeln gerechnet worden.

Magyar hatte vor gut einer Woche gewarnt, dass das AKW wochenlang stillstehen könnte. Das Kraftwerk russischer Bauart produziert normalerweise knapp die Hälfte des ungarischen Stroms. Magyar hatte in diesem Zusammenhang die Bevölkerung auf eine kritische Lage bei der Energieversorgung eingestimmt.

Rumänien leitet Teile der Donau um

Wie in Ungarn wurde auch in Rumänien zum Energiesparen aufgefordert. Die Regierung in Bukarest rief für den gesamten August den Energienotstand aus. Rumänien ringt wegen des Niedrigwassers der Donau um die Stromproduktion seines einzigen laufenden Atomreaktors.

Rumänien verschaffte sich eine Atempause, indem es die Strömung in einem Donau-Abschnitt umleitete. Dafür wurden laut dem Energieministerium Felsbrocken gesprengt, das Flussbett ausgebaggert und vier mit Steinen gefüllte Lastkähne versenkt, um einen Deich zu errichten.

Dadurch sei der Wasserstand rund um den Reaktor um vier Zentimeter gestiegen. Auf Basis aktueller Prognosen reiche das aus, um den Betrieb für mindestens neun Tage aufrechtzuerhalten.