Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Großstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen.
Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens sechs Menschen getötet und 19 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mitteilte. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden. Insgesamt meldeten die ukrainischen Behörden neun Tote. „Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram.
Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Witali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: „Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.“ Die Rettungsteams seien unterwegs.
Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainischen Luftstreitkräfte warnten dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.
Ukraine setzte Raffinerie in Brand
Die Ukraine setzte unterdessen bei neuen heftigen Drohnenangriffen im russischen Hinterland mindestens eine Ölraffinerie und Lagerhallen des landesweit größten Onlineversandhändlers Wildberries in Brand.
Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann tödlich verletzt worden, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er.
In Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan geriet nach Meldungen in den sozialen Netzwerken nach einem Drohnenangriff eine Ölraffinerie in Brand. Gouverneur Jewgeni Solnezew bestätigte lediglich, dass ein Feuer in einem Industrieobjekt nach der Attacke ausgebrochen sei. Er sagte nicht, dass es sich um eine Raffinerie gehandelt habe.