Italienische Geheimdienste warnen vor einer zunehmenden Überfahrt von Migranten und Migrantinnen aus der spanischen Exklave Ceuta zur spanischen Südküste. Schlepper würden kleine, schnelle Boote einsetzen und für die Überfahrt bis zu 7.000 Euro pro Person verlangen.
Nach Angaben der italienischen Sicherheitsdienste werden dafür unter anderem Jetskis, schnelle Boote und Motorboote genutzt, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ heute.
Die Überfahrten sollen von wenig kontrollierten Küstenabschnitten Ceutas in Richtung Algeciras, San Roque und La Linea de la Concepcion führen. Die Fahrt dauert weniger als eine Stunde. Nach Einschätzung der italienischen Dienste würden Menschen teilweise zum Schwimmen gezwungen oder bei auftauchenden Polizeibooten auf offener See zurückgelassen. Dadurch bestehe Lebensgefahr.
Geheimdienste vermuten Beteiligung von Drogenbanden
Nach italienischen Schätzungen halten sich derzeit zwischen 6.000 und 8.000 Migranten in Ceuta auf. Spanische Behörden gehen dagegen von einer deutlich niedrigeren Zahl aus. Die Lage wird von den spanischen und italienischen Behörden weiterhin beobachtet.
Die italienischen Geheimdienste vermuten zudem eine Beteiligung von Drogenbanden. Diese sollen Boote, die bisher für den Haschischschmuggel eingesetzt wurden, nun für den Transport von Migranten nutzen. Die spanischen Behörden würden vor allem wegen begrenzter personeller Kapazitäten vor Problemen bei der Überwachung der Seegrenze stehen.
Spanien hatte am Freitag angekündigt, die Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien bis 7. September beizubehalten. Die Regierung in Madrid reagierte damit auf Italiens Beschluss, die Schengen-Kontrollen für Reisende aus Spanien wieder einzuführen.
Meta und TikTok prüfen Berichte über Grenzübertritte
Die sozialen Netzwerke der Facebook-Mutter Meta sowieo TikTok erklärten sich indes bereit, Inhalte zu Grenzübertritten nach Spanien künftig auf deren Fakten überprüfen zu lassen. Ziel sei es zu verhindern, dass kriminelle Netzwerke potenzielle Migranten mit Falschinformationen anlocken, was in der Vergangenheit zu tragischen Todesfällen geführt habe, teilte EU-Technologiekommissarin Henna Virkkunen auf der Plattform X mit.
Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, dass sich die Plattformen zudem verpflichtet hätten, Inhalte im Zusammenhang mit Schleusungen zu verbieten.