Die Einbürgerungen sind heuer im ersten Halbjahr um beinahe ein Fünftel gestiegen. Laut Statistik Austria wurde die österreichische Staatsbürgerschaft an 13.700 Personen verliehen, davon an 3.950 mit Wohnsitz im Ausland. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren das um 2.035 bzw. 17 Prozent mehr Einbürgerungen.
Mit 55 Prozent gab es den höchsten Zuwachs bei Einbürgerungen von Ehepartnern und Kindern. „Die meisten Neo-Österreicher und -Österreicherinnen wurden aufgrund ihres langjährigen Wohnsitzes in Österreich, nachgewiesenen Deutschkenntnissen und nachhaltiger Integration eingebürgert“, sagte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
Unter den im ersten Halbjahr Eingebürgerten, die in Österreich leben (9.750 Personen), kamen mehr als die Hälfte aus einem der folgenden fünf Staaten: Syrien, der Türkei, Afghanistan, dem Iran sowie Bosnien und Herzegowina.
Fast die Hälfte der Einbürgerungen waren Frauen, rund ein Drittel der Personen war unter 18 Jahre alt, mehr als ein Fünftel wurde in Österreich geboren.
FPÖ sieht „alarmierende Bilanz“
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sieht eine „alarmierende Bilanz des politischen Versagens“. Der Freiheitliche sorgt sich besonders wegen der Herkunftsstatistik: „Wenn Syrer, Türken und Afghanen die Liste anführen, dann sehen wir hier eins zu eins die fatalen Früchte der verantwortungslosen Politik der offenen Grenzen von 2015.“
Gänzlich anders interpretiert die NGO SOS Mitmensch die Zahlen. Trotz des Anstiegs gebe es keine Trendumkehr beim Staatsbürgerschaftserwerb. Die Einbürgerungsrate befinde sich bei lediglich einem Prozent und damit weit unter dem EU-Durchschnitt von 2,6 Prozent.