Es ist der größte Waldbrand in der Geschichte des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen: Das seit Freitag wütende Feuer im Hürtgenwald in der Eifel ist am Sonntag unter Kontrolle gebracht worden, wie Landrat Ralf Nolten (CDU) bekanntgab.

Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden. Ein Aufklärungshubschrauber mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar großen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls an Ort und Stelle.

Auch im rund 20 Kilometer entfernten Monschau hat sich die Lage spürbar entspannt. Die Feuerfront im belgischen Hohen Venn rückte zwar näher an die Eifelstadt heran, die Stadt rechnete aber nicht mit einem Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet, sondern warnte vor allem vor gesundheitsschädlicher Geruchsbelästigung.

Größter Waldbrand in Belgiens Geschichte

Auf rund 3.000 Hektar Fläche lodert jenseits der Grenze der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle.

Die belgische Feuerwehr war am Sonntag weiter im Großeinsatz. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga waren etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen.

Griechenland: Tote bei Bränden auf Salamis

Auch in Griechenland kämpften die Einsatzkräfte weiter gegen mehrere Feuer: Am Sonntag brachen zwei Waldbrände auf der Insel Salamis aus. Dabei sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nahe dem Strand Peristeria im Süden der Insel seien zwei Leichen geborgen worden, sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Hunderte Urlauber und Einheimische mussten nach Feuerwehrangaben in Sicherheit gebracht werden, nachdem nahezu gleichzeitig zwei Brände in der Nähe beliebter Badestellen im Süden und Osten der Insel ausgebrochen waren.

Bei einem Waldbrand auf der Ägäis-Insel Skyros war zuletzt etwas Entspannung abzusehen. Die Löscharbeiten gestalteten sich allerdings schwierig, weil starke, böige Winde über die Insel fegten. Der Rauch des Feuers war sogar am Himmel über der 110 Kilometer entfernten Hauptstadt Athen zu sehen.

Soldat stirbt in Spanien bei Brandbekämpfung

Im Nordosten Spaniens kam ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands ums Leben. Regionalpräsident Jorge Azcon erklärte am Sonntag im Onlinedienst X seine „aufrichtige Anteilnahme“ angesichts des Todes des Soldaten, der im Kampf gegen den Brand in der Region Aragon im Einsatz war. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen. An den Löscharbeiten sind Hunderte Einsatzkräfte beteiligt.

Der seit Tagen wütende Waldbrand in Aragonien bedroht ein mittelalterliches Kloster. Von dort wurden am Donnerstag die Gebeine der ersten Könige des mittelalterlichen Königreichs Aragon in Sicherheit gebracht. Auch Kunstwerke und ein Kelch wurden in Sicherheit gebracht, während auf den umliegenden Hügeln die Flammen loderten. Zudem mussten Hunderte Menschen aus umliegenden Orten ihre Häuser verlassen.

Italien: Evakuierungen in Region Friaul

In der norditalienischen Provinz Udine spitzte sich die Lage unterdessen wegen eines Waldbrandes weiter zu: Die Behörden ordneten vorsorglich die Evakuierung des Ortsteils Pissebus der Gemeinde Tolmezzo an. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, Zivilschutz, Freiwilligen und Forstbehörden sowie von drei Hubschraubern und einem Löschflugzeug konnte der Brandherd bisher nicht zurückgedrängt werden.

Die Flammen breiteten sich vom Monte Amariana rasch talwärts aus und näherten sich Wohnhäusern und Infrastruktur. In der Nacht auf Sonntag begannen erste Evakuierungen einzelner Häuser. In einer Sporthalle in Tolmezzo wurde eine Notunterkunft eingerichtet. In der Früh wurden die Löscharbeiten aus der Luft wieder aufgenommen. Auch slowenische Einsatzkräfte unterstützen die italienischen Teams.

Es flogen wie schon am Vortag Löschflugzeuge den österreichischen Weißensee in Kärnten zur Wasseraufnahme an, um die Waldbrände nahe Tolmezzo und Illegio sowie bei Chiusaforte zu bekämpfen – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Kroatien: Verdächtige wegen Brandstiftung festgenommen

In Kroatien gelang es der Polizei unterdessen, vier Verdächtige wegen mutmaßlicher Brandstiftung festzunehmen. Sie würden verdächtigt, „Brände in der Region Zadar ausgelöst zu haben“, teilte die Polizei am Sonntag mit. In der Region im Zentrum der kroatischen Küste waren am Freitag und Samstag mehrere Brände in Olivenhainen und Kiefernwäldern ausgebrochen.

Die vier Verdächtigen wurden nach Polizeiangaben rund 40 Kilometer entfernt von der Hafenstadt Zadar festgenommen, nachdem Anrainer ein „verdächtiges Verhalten“ angezeigt hatten. Das kroatische Strafrecht sieht zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft für Brandstiftung vor, wenn das Feuer Menschen oder Besitztümer in Gefahr bringt.

Die Polizei ermittelt noch, ob es auch in der Region Omis weiter im Süden Anzeichen für Brandstiftung gibt. Dort starb bei einem Brand in der Nacht auf Freitag ein Mensch, rund vierzig Menschen wurden verletzt.