Es war einer der bittersten Momente in der St. Pöltner Vereinsgeschichte. Der Serienmeister wurde im letzten Spiel der vergangenen Saison von der Austria entthront. Ein Treffer der Wienerinnen kurz vor Schluss beendete den Traum vom elften Titelgewinn in Folge und machte die Austria erstmals zum Meister in der Frauenfußball-Bundesliga.
Die Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft hat SKN-Trainer Laurent Fassotte bis heute nicht vergessen. „Dieses Gefühl kann sich niemand vorstellen“, so der Belgier im Gespräch mit noe.ORF.at. „Als ich die Spielerinnen vor kurzem wieder getroffen habe, war ihre Enttäuschung noch zu spüren. Da war aber auch die Energie, zurückzukommen und es erneut zu versuchen“, so Fassotte.
Spitzenspiel mit Beigeschmack
Zum Auftakt der neuen Saison haben die St. Pöltnerinnen am Samstag die Chance zur Revanche. Dass der Kracher gegen Austria Wien schon am ersten Spieltag stattfindet, stößt bei Fassotte allerdings auf wenig Begeisterung: „Es wäre besser gewesen, das Spiel zu verschieben, weil beide Vereine wenige Tage später in der Champions League antreten müssen. Es wird zwar nicht die Meisterschaft entscheiden, das beste Timing ist es aber nicht“, so Fassotte.
Die zweite Runde der Champions League-Qualifikation wird in einem Miniturnier-Format ausgetragen. Am Mittwoch spielen die SKN-Frauen im Halbfinale gegen den Schweizer Vizemeister Young Boys Bern. Falls diese Hürde genommen werden sollte, würde man drei Tage später auf den Sieger der Partie Sporting Lissabon gegen Odessa treffen. Alle Spiele finden in St. Pölten statt. Sollte der SKN das Miniturnier gewinnen, wäre man im Playoff um den Einzug in die Ligaphase.
Meisterschaftskampf als Saisonziel
Für SKN-Vizepräsident Dietmar Wieser ist der Ligaauftakt das erste Schlüsselspiel, bei dem man direkt sehen werde, wo man steht. Darüber hinaus sei das Saisonziel klar: „Egal, wie es ausgeht, wir werden heuer wieder angreifen und alles versuchen, um ein hartnäckiger Mitbewerber für die Austria um den Titel zu sein“, so Wieser. Nach zehn Meistertiteln in Folge könnte mit einem Jahr Pause in dieser Saison Titel Nummer elf folgen.
Ob die Wölfinnen den Grundstein dafür legen oder die Wiener Austria den perfekten Saisonstart hinlegt, zeigt sich am Samstag (14.00 Uhr, live in ORFeins). Neben den beiden Top-Favoriten wollen heuer auch Mannschaften wie Sturm Graz, Altach und Red Bull Salzburg vorne mitspielen. Und auch Aufsteiger Rapid hat sich für die Premierensaison in der Frauen-Bundesliga hohe Ziele gesetzt.