Die Austrianerinnen überstanden die vergangene Saison ungeschlagen, gingen nach 24 Matches aber trotzdem nur mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf St. Pölten über die Ziellinie – nach einem verrückten Finish samt Treffer in letzter Sekunde von Carina Wenninger zum 1:1 im Heimduell am 30. Mai in der letzten Runde der Meistergruppe. Kurz zuvor hatte St. Pölten über die 1:0-Führung und vermeintliche Fortsetzung der Meisterserie gejubelt. Das Ligafinale wird noch lange in Erinnerung bleiben und sorgt für große Vorfreude auf die Samstag-Partie.
„Wenn jemand sagt, er hat jemals was Spannenderes gesehen, dann lügt er. Das Auftaktspiel lädt sicher dazu ein, dass man ins Stadion geht“, sagte Ligamanagerin Nina Potz. Die Niederösterreicherinnen sind auf Revanche aus. „So ein Spiel möchte man nicht noch einmal erleben, wir haben definitiv eine Rechnung offen“, betonte St. Pöltens Kapitänin Jennifer Klein.
Austria und St. Pölten eröffnen
Mit dem Duell zwischen Meister Austria Wien und Vizemeister SKN St. Pölten startet die Admiral Frauen-Bundesliga in die neue Saison. Beide Teams zählen erneut zu den Favoriten auf den Titel.
Auch ihr Trainer schlug in dieselbe Kerbe. „Wir wollen gleich zu Beginn eine Duftmarke setzen“, sagte Laurent Fassotte. Sollte das nicht gelingen, könnte St. Pölten aber damit leben. „Das Spiel ist ein guter Gradmesser, es wird aber nicht alles entscheiden“, meinte Klein.
Erstmals seit vielen Jahren startet ihr Team nicht in der Favoritinnenrolle. „Sie sind in einer Position, wo sie etwas bestätigen müssen, wir wollen etwas zurückholen. Ich glaube, dass das eine andere Kraft freisetzen kann“, sagte Klein. Der Vizemeister konnte alle Vorbereitungsspiele gewinnen. „Wir haben schon am Ende der vergangenen Saison gesehen, dass unsere Spielidee fruchtet. Gerade gegen Gegner wie die Austria, die so kompakt ist, gilt es, nun unsere Chancen effizienter zu nutzen“, erläuterte die ÖFB-Teamverteidigerin.
„Sehr attraktiv geworden“
Die Wienerinnen nutzten die Vorbereitung, um „noch intensiver mit dem Ball zu arbeiten“, wie Austria-Abwehrspielerin Katharina Schiechtl sagte. Defensiv gilt es, an die vergangene Saison, in der man nur acht Ligatore kassierte, anzuschließen. „Die Kompaktheit hat uns ausgezeichnet. Der Plan ist, dass es noch schwieriger wird, gegen uns Tore zu erzielen“, gab Schiechtl die Marschroute vor einem „sehr coolen Start“ vor.
Durch die Verpflichtung von Verena Hanshaw könnte sie mit der Linksverteidigerin, Carina Wenninger sowie Virginia Kirchberger eine Viererkette bilden, die schon 2017 bei der EM im ÖFB-Gruppenspiel gegen die Schweiz zum Einsatz kam.
„Das hätte keiner gedacht, dass wir noch einmal alle zusammen spielen, dadurch ist es umso schöner. Das gegenseitige Vertrauen hilft sehr“, sagte Schiechtl. Die Kaderqualität sei weiter gestiegen. „Viele möchten zu uns kommen, man sieht, dass Austria Wien sehr attraktiv geworden ist.“ Attraktiver ist auch die Liga durch Aufsteiger Rapid und große Wiener Derbys. Das erste steigt am 4. Oktober bei der Austria. „Das wird für die Geschichtsbücher was Großartiges“, meinte Schiechtl.
Rapid startet gegen Vienna
Die Hütteldorferinnen starten am Sonntag mit einem „kleinen“ Derby bei der Vienna. „Das erste Jahr in der Bundesliga ist nie einfach, wir sehen jedes Spiel als Highlight“, sagte Kapitänin Sandrina Haupt. Sturm Graz als auf dem Papier drittstärkstes Team beginnt am Samstag gegen Altach.
„Wir haben an großer Qualität dazugewonnen, sind aber realistisch genug, zu wissen, dass einiges zusammenpassen muss, damit es für einen Titel reichen kann“, erläuterte Kapitänin Sophie Maierhofer. An Qualität gewonnen hat auch Salzburg durch die Verpflichtung von Bayern Münchens Maria Plattner.