Bei der Schwerpunktaktion in Wien nimmt die Polizei Intensivtäter und auffällige Jugendgruppen ins Visier. 24 Beamte aus vier Bundesländern pendeln dafür von Montag bis Samstag nach Wien. Sechs davon kommen aus Niederösterreich, die restlichen aus Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland. Eine tageweise Entsendung von Einsatzkräften sei „kein Novum, sondern wird regelmäßig praktiziert“, heißt es in einer Stellungnahme des Innenministeriums.

Die niederösterreichische Polizeigewerkschaft übt allerdings Kritik: „Die Kräfte, die jetzt für diese Schwerpunktaktion nach Wien zugeteilt werden, werden dann wahrscheinlich in Niederösterreich fehlen“, sagt der Vorsitzende der niederösterreichischen Polizeigewerkschaft Andreas Woschnigg (FCG). Auch die Wiener Polizeigewerkschaften kritisieren die Situation – mehr dazu in Bundesländer müssen Polizisten nach Wien schicken (wien.ORF.at; 6.8.2026).

Laut Innenministerium kein Personalmangel

Im Innenministerium kann man die Aufregung nicht nachvollziehen. Österreich „habe eine für das ganze Bundesgebiet zuständige Bundespolizei“. Das ermögliche bundesländerübergreifende Einsätze. Vor allem bei Großereignissen wie Fußballspielen oder auch dem Eurovision Song Contest müsse ein kleines Land Ressourcen flexibel einteilen können. Mit einem Personalmangel habe das nichts zu tun.

Woschnigg befürchtet, dass die Mehrkosten der Entsendung in Niederösterreich verbleiben würden. „Ein finanzieller oder personeller Ausgleich für Niederösterreich fehlt da komplett.“ Das sei auch bei zurückliegenden Wien-Zuteilungen in den Jahren 2024 und 2025 der Fall gewesen. Bei Bedarf würde man auch in Niederösterreich aushelfen, entgegnet eine Sprecherin des Innenministeriums.

Gewerkschaft: Kommandierungen „viel zu spät“

Woschnigg kritisiert zudem, dass die Personalvertretung erst am 29. Juli über die Zuteilungen informiert worden sei. Die Kommandierungen seien außerdem erst nach der Dienstplanerstellung und damit „viel zu spät“ erfolgt.

Aus dem Innenministerium heißt es dazu, man versuche möglichst „Freiwillige für diese Entsendungen zu finden, was eigentlich in den meisten Fällen kein Problem darstellt.“ Wie lange die 24 Beamten aus den Bundesländern in Wien aushelfen, sei situationsabhängig.