Interessierte versammelten sich am Mittwoch bei unterschiedlichen astronomischen Zentren und Sternwarten in Niederösterreich, um bei Vorträgen und gemeinschaftlichen Beobachtungen die stärkste partielle Sonnenfinsternis seit 1999 zu erleben. Auch auf der Niederösterreichischen Volkssternwarte Michelbach (Bezirk St. Pölten) blickten mehrere hundert Personen gemeinsam in den Abendhimmel.
Mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen verfolgten die Zuschauerinnen und Zuschauer, wie der Mond vor die Sonne zog. Mit Teleskopen und anderen optischen Instrumenten konnten die Anwesenden das Spektakel vor Ort genauer ins Blickfeld nehmen.
„Es war faszinierend, wie sich die Mondscheibe vor die Sonnenscheibe geschoben hat und das gerade beim Maximum auch die Sonne untergangen ist“, so Gerhard Kermer, Vorsitzender der Sternwarte Michelbach.
Sonne zu 87 Prozent verfinstert
Eine Sonnenfinsternis gibt es nur zur Zeit des Neumonds. Wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen und sich der Mond zwischen Sonne und Erde befindet, kommt es zu der Eklipse. Während in Grönland, Island oder auch Nordspanien am Mittwochabend eine totale Sonnenfinsternis zu sehen war, blieb es in Österreich bei einer partiellen Finsternis, bei der die Sonne jedoch zu knapp 90 Prozent verdunkelt wurde. Es war die stärkste Sonnenfinsternis seit jener im Jahr 1999.
Aufgrund der geeigneten Wetterlage und eines wolkenlosen Himmels konnte das Spektakel an den richtigen Standorten optimal beobachtet werden. Die Sonne war dabei sichelförmig am Abendhimmel über dem Horizont zu sehen. „Am Ende hat sie ausgeschaut wie ein goldener Paragleiter", staunte die neunjährige Nina Kuchar aus Traisen (Bezirk Lilienfeld), die sich das Himmelsspektakel von der Sternwarte Michelbach aus anschaute.
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Der genaue Beobachtungszeitraum sowie die Stärke der Verfinsterung schwankten innerhalb Österreichs leicht. Nach etwas mehr als 50 Minuten war das Naturspektakel kurz nach 20.10 Uhr mit dem Sonnenuntergang wieder vorbei. Die nächste totale Sonnenfinsternis, die von Österreich aus zu sehen sein wird, findet erst im Jahr 2081 statt.
Doch auch nach Sonnenuntergang wandten die Besucherinnen und Besucher der Sternwarte ihren Blick nicht vom Himmel ab. Denn neben dem raren Ereignis einer Sonnenfinsternis fand von Mittwoch auf Donnerstag noch ein zweites Himmelsspektakel statt: Der Sternschnuppenschauer der Perseiden erreichte in dieser Nacht seinen Höhepunkt.