84 Feuerwehren mit 700 Mitgliedern bekämpften am Freitag die Flammen im Föhrenwald in St. Egyden, so Klaus Stebal, Sprecher des Landesfeuerwehrverbands Niederösterreich. Es wurde die höchste Alarmstufe (B4) ausgegeben.
Laut Neunkirchens Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas sei ein anderes Gebiet vom Brand betroffen als zuletzt. Der Wind erschwerte am Nachmittag die Löscharbeiten.
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Die Flammen breiteten sich in Richtung von Häusern in der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld aus, mehrere Gebäude in der Bahnstraße und der Waldstrandsiedlung sowie in der Oberen und Unteren Waldgasse wurden daraufhin evakuiert. Auch ein Gasthaus in dem betroffenen Gebiet musste schließen, Straßen in der Umgebung wurden gesperrt.
Unter den evakuierten Häusern war auch jenes von Alexander Wochner. „Innerhalb kürzester Zeit sind die Feuerwehren bereits bei uns durch die Gasse gefahren, ein Feuerwehrauto ist dann bei jedem Haus stehen geblieben und hat gemeint, ich soll unbedingt das Haus verlassen, dieses Mal sei es sehr ernst, der Wind wehe in die verkehrte Richtung für uns, nämlich genau auf die Häuser zu, und es werde gefährlich für uns“, erzählte er gegenüber noe.ORF.at.
Großteil der Bewohner darf in Häuser zurückkehren
Wochner kam gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin bei deren Arbeitsstelle unter. Viele weitere Betroffene kamen unterdessen bei Angehörigen oder Freunden unter. Als Notquartier fungierte das Gemeindeamt. „Für Betroffene werden Feldbetten aufgestellt“, teilte Vizebürgermeister Johannes Tinhof der APA mit. Bei Bedarf sollen weitere Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Laut Bezirkshauptmannschaft waren rund 250 Personen von den Evakuierungen betroffen. Der Großteil der Betroffenen konnte um 21.00 Uhr wieder in die Häuser und Wohnungen zurückkehren. Nur für die Kamper-Siedlung bleibe die Evakuierung aufrecht, informierte die Bezirkshauptmannschaft. Die Gemeinde habe zudem den Krisenstab einberufen, berichtete Tinhof.
Löscharbeiten mindestens bis Samstagfrüh
Der ausgedehnte Wald- und Flurbrand war in den Mittagsstunden ausgebrochen. Das Ausmaß des Brandes und die Ursache standen vorerst nicht fest, berichtete das Bezirkskommando. Die Rauchsäule war kilometerweit erkennbar und sogar von der Stadt Baden gut sichtbar, berichtete das Bezirkskommando Baden.
„Für Feuerwehr beginnt Knochenarbeit“
Der Wind habe inzwischen zumindest etwas nachgelassen, sagte ORF-Reporterin Sarah Prankl in der ZIB1. Wegen neu aufkommender Glutnester beginne für die Feuerwehr erst die Knochenarbeit, so Prankl.
Im Einsatz standen auch der Flugdienst und der Sonderdienst Waldbrand sowie drei Katastrophenhilfsdienstzüge. Zudem unterstützten vier Hubschrauber des Innenministeriums, zwei von privaten Firmen und ein Black Hawk des Bundesheeres bei der Bekämpfung der Flammen in schwer zugänglichen Bereichen.
Brand vorerst unter Kontrolle
Am Freitag gegen 18.00 Uhr konnte der Brand vorerst unter Kontrolle gebracht werden, teilte das Bezirkskommando mit: „Damit ist der Einsatz allerdings noch keineswegs beendet. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich auf die Bekämpfung verbliebener Glut- und Brandherde sowie darauf, ein erneutes Aufflammen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“
Fünf Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden, teilte Notruf Niederösterreich in einer Aussendung mit. Vonseiten des Bezirkskommandos hieß es, dass vier FF-Mitglieder leicht verletzt wurden. Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden.
Das Rote Kreuz war mit 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 21 Fahrzeugen an Ort und Stelle. Die Rettungsorganisation unterstützte die Feuerwehr auch bei der Evakuierung der Häuser. Ebenso war der Arbeiter-Samariter-Bund an Ort und Stelle.
Wertschätzung seitens der Politik
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hielt fest: „Meine Gedanken sind heute bei allen, die in St. Egyden gegen die Flammen kämpfen, und bei den Menschen, die um ihr Zuhause bangen. Danke für euren unermüdlichen Einsatz! Passt auf euch auf und kommt alle wieder gesund nach Hause!“
Auch ihre Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Udo Landbauer (FPÖ) bedankten sich in Facebook-Postings bei den Einsatzkräften.
Föhrenwald brennt erneut
Der Großeinsatz der Feuerwehr im Föhrenwald ist weiter im Gange. Erst vor Kurzem hatten die Einsatzkräfte tagelang gegen einen Waldbrand gekämpft.
Waldbrand auf 100 Hektar Fläche
Die Feuerwehr kämpfte erst vergangene Woche fünf Tage gegen einen Brand im Föhrenwald. Hunderte Feuerwehrleute aus allen Teilen des Landes waren im Einsatz, um die unzähligen Glutnester auf dem Boden zu löschen. In mühsamer Handarbeit mussten sie die Brandherde aufspüren und mit Löschrucksäcken löschen. Mehrere Hubschrauber unterstützten die Kräfte auf dem Boden aus der Luft.