Vor allem in der Landwirtschaft machte sich die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen bemerkbar – insbesondere Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja litten unter der Dürre. „Es ist eigentlich die gesamte Landwirtschaft betroffen“, so Michael Wöckinger von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Egal ob im Ackerbau, im Viehbetrieb oder bei den Gemüsebauern – „es macht etwas mit den Landwirtinnen und Landwirten, wenn man sich ständig fragen muss: Woher bekommt man Futter für die Tiere und auch Wasser für die Kulturen“, sagt Wöckinger.
So trifft die anhaltende Dürre etwa auch Oberösterreichs Gemüsebauern im Eferdinger Becken. Beim Verarbeitungsgemüse wie Kraut, Rote Rüben oder Sellerie drohen Ernteeinbußen von weit mehr als 50 Prozent.
Preise für heimische Fische werden steigen
Noch schlimmer geht es den Fischen und den heimischen Fischereibetrieben. Überall, wo es noch möglich ist, werden Fische in größere Gewässer umgesetzt, sagt Landesfischermeister Gerhard Sandmayr. „Aber besonders den kleinen Unternehmen im Land, die von der Fischerei leben, geht es nicht gut, sie haben riesige Probleme – teilweise müssen sie ihre Stückzahl minimieren, wenn Brunnen austrocknen.“
Auch bei den Preisen für heimischen Fisch wird sich die anhaltende Trockenheit bemerkbar machen, so Sandmayr. „In den Supermärkten finden sich dann leider sehr viele Fische aus dem Ausland, die billiger sind. Das bedeutet: Der heimische Fisch wird aufgrund seines hohen Preises an Marktanteil verlieren.“
„Historische Dürre“ für die Landwirtschaft
Der Chef der Hagelversicherung, Kurt Weinberger, betont im Gespräch mit dem ORF OÖ einmal mehr das Niederschlagsdefizit, mit dem die Landwirtschaft zu kämpfen hat. Insgesamt eine Milliarde Euro beträgt der Gesamtschaden bisher. „Es ist eine historische Dürre. Und die Schäden nehmen weiter zu, wir werden auch in Zukunft damit rechnen und die Schäden versichern müssen.“
Sollten die hohen Temperaturen bis Ende August anhalten und Niederschläge ausbleiben, dann werde sich das „Schadensausmaß klar erhöhen“, so der Chef der Hagelversicherung.
Studiogast: Kurt Weinberger, Chef der Hagelversicherung, zum Thema „Dürre in der Landwirtschaft“
Die Landwirtschat kämpft mit der Dürre. Insgesamt eine Milliarde Euro beträgt der Gesamtschaden bisher. „Es ist eine historische Dürre. Und die Schäden nehmen weiter zu, wir werden auch in Zukunft damit rechnen und die Schäden versichern müssen“, sagt Weinberger.
Handel profitiert von der Hitze
Im Handel spricht man von „Klimaflation“ – dem Kostenplus durch extreme Hitze. Die Lebensmittel verteuern sich durch schlechte Ernten, die Strompreise steigen durch den Betrieb von Klimaanlagen und weniger Wasserkraft. Auch Transportkosten werden höher, da Flüsse zu wenig Wasser führen.
Der Mensch reagiere darauf, sagt Christoph Teller vom Institut für Handel, Absatz und Marketing an der Johannes Kepler-Universität Linz. „Bei Hitze werden kältere Speisen und Produkte gekauft, die uns jedoch weniger satt machen. Dadurch kauft man noch andere Produkte dazu – etwa ein Eis oder Mineralwasser.“ Die Rede ist vom Komplementärhandel, durch den die Branche profitiert.