Dazu zählen laut KSV1870 vor allem ein zu ausgeprägtes Konsumverhalten und die Überschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Österreichweit war persönliches Verschulden 2025 mit 27,8 Prozent die zweithäufigste Insolvenzursache. Bei jenen Fällen, die ausschließlich private Konsumenten betreffen und nicht auf eine frühere Selbstständigkeit zurückgehen, lag persönliches Verschulden sogar an erster Stelle.

Frühere Selbstständigkeit wieder auf Platz eins

Österreichweit hat die „ehemalige Selbstständigkeit“ 2025 erstmals seit 2019 wieder den ersten Platz in der Statistik eingenommen. Sie war für 28,3 Prozent der Privatkonkurse ausschlaggebend – ein Anstieg um 1,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Knapp dahinter lag persönliches Verschulden mit 27,8 Prozent. Über einen längeren Zeitraum werde dabei häufig die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit überschätzt, so der KSV1870.

Junge besonders häufig verschuldet

Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den unter 25‑Jährigen war persönliches Verschulden mit 35,2 Prozent die häufigste Ursache für einen Privatkonkurs. Auch bei den 25‑ bis 40‑Jährigen lag dieser Wert mit 31,8 Prozent an erster Stelle.

Bei den älteren Betroffenen zeigt sich ein anderes Bild: Bei den 41- bis 60-Jährigen sowie bei den über 60-Jährigen war die frühere Selbstständigkeit die häufigste Ursache.

KSV1870-Insolvenzleiter Karl-Heinz Götze sieht darin ein Warnsignal. Viele junge Menschen würden sich bereits früh verschulden und damit ihre finanzielle Zukunft belasten. Der Kreditschutzverband verweist deshalb auf die Bedeutung von Finanzbildung und begrüßt, dass das Thema künftig stärker in den Lehrplänen verankert werden soll.