In Zeiten von längeren Trockenperioden und sinkendem Grundwasserspiegel müsse man sich vorbereiten, so Totschnig. Deshalb soll jetzt etwa ein Wasserentnahmeregister eingerichtet werden. Wer viel Wasser braucht, muss es künftig melden – so die Pläne der Bundesregierung. Im neuen Entnahmeregister soll etwa aufscheinen, wer 200.000 Kubikmeter pro Jahr entnimmt, beispielsweise in der Landwirtschaft oder in der Industrie. Das neue Wasserentnahmeregister würde die größte Digitalisierung in der Wasserwirtschaft bisher bedeuten. „Die ganzen Wasserbücher werden digitalisiert und zusammengeführt“, so Totschnig. Der Entwurf dieser Verordnung wurde am Dienstag an die Koalitionspartner übermittelt.

Daten aus Salzburg veraltet

Einen Überblick über den Wasserverbrauch will man sich auch in Salzburg verschaffen. Agrarlandesrat Maximilian Aigner (ÖVP) kündigte an, die Daten für den Flachgau erneuern zu wollen: „Da haben wir eine große Studie aus dem Jahr 1995, die keineswegs mehr aktuell ist. In so einem Großraum, wo sich die Einwohnerzahlen in den letzten Jahrzehnten fast verdoppelt haben, Betriebe gewachsen und Pools dazugekommen sind, aber die Grundlagenstudie die gleiche geblieben ist – das geht so nicht. Deshalb brauchen wir jetzt eine Novellierung.“

Aufruf zum Wassersparen

Er wolle außerdem einen Appell an die Bevölkerung richten, so Totschnig: „Ich möchte alle dazu aufrufen, dass wir in den kommenden Wochen mit dem Wasserverbrauch haushalten und bewusst sparsam mit der Ressource umgehen. Wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen, denken Sie daran: Es ist ein kostbares Gut und es ist ein knappes Gut.“

„Trinkwasser hat oberste Priorität“

Die Trinkwasserversorgung habe jedenfalls oberste Priorität, so Totschnig: „In den letzten Wochen haben wir auch gesehen, dass der Wasserversorger eingreift, wenn zu wenig Wasser da ist, beispielsweise indem man eine Pool-Befüllung vorübergehend verbietet.“ An zweiter Stelle folge bei der Wassernutzung die Lebensmittelversorgung. Man denke auch an eine bundesländerübergreifende Zusammenarbeit von Wasserversorgern im Westen. Wasserlieferungen in die östlichen Bundesländer seien noch kein Thema, hieß es heute.