Mit Bestzeiten in beiden Trainings unterstrichen die Ferrari-Piloten ihre Ambitionen auf dem Hungaroring bei Budapest auf den dritten Saisonsieg. Der britische Rekordweltmeister Lewis Hamilton fuhr am Freitagnachmittag im Freien Training in Mogyorod bei Budapest 0,148 Sek. vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc Bestzeit. Dritter wurde Vorjahressieger und WM-Titelverteidiger Lando Norris im McLaren (+0,499).

In der Auftakteinheit am Vormittag hatte noch der Monegasse Leclerc vor dem Niederländer Max Verstappen im Red Bull (+0,484 Sek.) und Hamilton (+0,543) die schnellste Runde gedreht. Ungarn-Spezialist Hamilton, mit acht Siegen Rekordhalter auf der 4,381 km langen Schleife in Mogyorod vor den Toren der ungarischen Hauptstadt, erhöhte damit auch den Druck auf WM-Leader Kimi Antonelli. 45 Punkte fehlen dem ersten Verfolger auf den Mercedes-Jungstar, der im Training nicht über Platz 13 hinauskam.

Allzu aussagekräftig sind die Zeiten wegen unterschiedlicher Benzinmengen zwar noch nicht. Ferrari darf sich im letzten Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause aber Hoffnungen auf den dritten Saisonsieg machen. Die Streckencharakteristik mit ihren langsamen Kurven dürfte der „Scuderia“ entgegenkommen. Hamilton hat seinen bisher einzigen Ferrari-Sieg im Juni in Katalonien geholt, Leclerc gewann vor drei Wochen in Silverstone.

„Silberpfeile“ kämpfen mit Problemen

Bei Mercedes lief in den ersten freien Einheiten vor dem Qualifying am Samstag (ab 15.55 Uhr live in ORF1) nicht alles rund. Antonelli hatte ausgesetzt, um dem dänischen Nachwuchsmann Frederik Vesti auf Position sieben obligatorische Fahrpraxis zu ermöglichen. Am Nachmittag lag der italienische WM-Spitzenreiter mit 1,964 Sekunden dann deutlich zurück.

Bester Mercedes-Pilot war in beiden Einheiten George Russell als Fünfter. Der Brite verlor aber auch jeweils fast eine Sekunde auf die Spitze. „Das Auto fühlt sich fürchterlich an, es ist so aus der Balance“, sagte Russell auf dem Teamfunk. Dem WM-Dritten fehlen nach seinem von Hamilton verursachten Aus vergangenen Sonntag in Belgien bereits 50 Punkte auf Spitzenreiter Antonelli, der in Spa-Francorchamps im zehnten Saisonrennen seinen sechsten Sieg geholt hatte.

Im Qualifying auf dem zum Überholen nur mäßig geeigneten Hungaroring könnte jedenfalls schon eine Vorentscheidung um den Sieg fallen, ehe es in die fast einmonatige Sommerpause der Formel 1 geht. Hamilton hat zum 40-Jahr-Jubiläum des Rennens seine bereits zehnte Poleposition vor den Toren von Budapest im Visier. Detail am Rande: Der 41-Jährige war 2020 der bisher letzte Pilot, der in einem Mercedes in Ungarn gewinnen konnte.