Fragen:
1) Wer ist Ihr Titelfavorit und könnte es trotz des Wegfalls der Punkteteilung ein ähnliches enges Rennen wie in der Vorsaison werden?
2) Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?
3) Was muss passieren, um ein weiteres Abrutschen in der UEFA-Fünfjahreswertung zu verhindern?
1) „Schwierig zu sagen, das Transferfenster ist noch sehr lang offen. Ohne Punkteteilung, wenn du eine gute erste Saisonhälfte spielst, hast du es nachher ein bisschen einfacher, weil dann nicht Punkte abgezogen werden. Für einige wird es gut sein, für andere weniger. Ich glaube, wenn man keine Punkteteilung hat, dass vielleicht ein bisschen weniger Spannung da ist.“
2) „Wir haben neue Spieler geholt, diese so schnell wie möglich zu integrieren und als Mannschaft zu wachsen. Ziel ist, dass wir stabil in der Bundesliga sind.“
3) „Als Liga weiterentwickeln und versuchen, jeden Tag besser zu werden. Es gibt kein Geheimrezept, dass man das auf die Schnelle hinbekommt. Man muss das strategisch planen. Schauen, dass die Jugendarbeit gut ist, da muss man akribisch weiterarbeiten. Einen klaren Spielstil definieren und dann versuchen, dass junge Talente viel spielen. Und wenn die mit der Zeit reifen, werden auch die Ergebnisse kommen. Und gute Spieler begeistern, dass sie in die Liga kommen.“
1) „Ein Titelfavorit ist schwer zu sagen, weil bei den üblichen Verdächtigen Salzburg, LASK, Sturm oder Rapid das Transferprogramm noch nicht beendet ist. Da wird noch viel passieren. Dass die Punkteteilung weg ist, ist schon gut. Es wird der Grunddurchgang schon mehr gewichtet werden, man kann sich nicht mehr auf die Punkteteilung herausreden. Ich denke schon, dass das Auswirkungen haben wird.“
2) „Auf keinen Fall eine Saison wie im letzten Jahr. Damit ist alles gesagt. Wir wollen uns stabilisieren. Wenn wir dieses Jahr mit einem Trainer auskommen, haben wir alles richtig gemacht. Wir haben zwölf neue Spieler, es hat sich bei uns extrem viel getan. Wir hatten auch zu viele Leihspieler, von dem wollten wir wegkommen. Wir haben aktuell keinen einzigen mehr.“
3) „Wir haben uns schon Schritt für Schritt ein bisschen nach unten nivelliert. Wir müssen schauen, dass wir wieder besser performen, vor allem die ‚Big Player‘ in Österreich. Es gab wichtige Abgänge, nicht nur auf Spieler-, sondern auch auf Trainerseite. Wir haben schon die letzten zehn Jahre aufs hohe Anlaufen investiert und weniger auf fußballerische Lösungen. Je höher das Level ist, desto größer ist die Qualität der Spieler, die dieses Pressing umspielen. Das haben wir leidvoll erfahren müssen.“
Ognjen Zaric (SCR Altach)
1) „Ich tippe auf Salzburg. Es gibt viele Mannschaften mit hoher Qualität. Spannend wird sein, wer sich im Europacup für Ligaphasen qualifiziert und wie er dann mit der Doppelbelastung klarkommt. Aber ich glaube, dass Salzburg auf Platz eins gehen wird, und vom Bauchgefühl her relativ klar, Punkteteilung hin oder her.“
2) „Wir müssen einen Kaderumbruch bewältigen. Natürlich wollen wir die Liga halten, je früher, desto besser.“
3) „Wir müssen schauen, dass der Abstand nicht so groß wird, das heißt, wir müssen in der Liga einen besseren Fußball zeigen. Da könnte der Wegfall der Halbierung mithelfen, weil sich die Vereine dann mehr um die Spielerentwicklung kümmern können, wenn Ziele früher erreicht werden. Jetzt einmal wird alles damit stehen und fallen, wie viele Vereine in eine Ligaphase kommen.“
Ferdinand Feldhofer (GAK)
1) „Favoriten sind für mich die üblichen Verdächtigen: LASK, Sturm, Salzburg, Rapid eventuell. Ist schon sehr früh, das zu sagen, alle sind noch nicht fertig mit dem gesamten Kader, da muss man abwarten. Wegen der Punkteteilung wird man sehen. Ich glaube, ganz vorne wird das nicht so sein (Anm.: dass Spannung verloren geht), weil sich doch die durchsetzen, die kontinuierlich punkten. Hinten muss man schauen, ob jemand wegbricht.“
2) „Gar nicht hinten reinrutschen. Wir haben die Lehren gezogen aus den letzten Jahren. Wir wollen an das Frühjahr anschließen, wir sind seit November zu Hause ungeschlagen. Wir wollen natürlich besser in die Saison starten als die letzten zwei Jahre, weil dass man über zehn Spiele braucht, dass man richtig in der Liga ankommt, das ist zu lange, das wird sich dann nicht immer ausgehen. Ich glaube, dass wir ein gutes Gerüst zusammengestellt haben. Ich habe 13, 14, 15 Spieler, auf die ich zurückgreifen kann, aber wir sind noch lange nicht fertig, wir werden noch Spieler benötigen.“
3) „Unsere Europacup-Vertreter müssen liefern, das ist schwer genug, wenn man durch die Quali muss. Das habe ich des Öfteren als Spieler und als Trainer miterlebt.“
Philipp Semlic (WSG Tirol)
1) „Es ist sehr schwer, Favoriten zu nennen. Man hat es im Vorjahr gesehen, die wenigsten hätten den LASK als Titelträger gesehen, nicht respektlos gemeint. Die Mannschaft wird vorne sein, die zur richtigen Zeit eine Konstanz entwickeln kann. Es wird sehr spannend sein, unabhängig davon, dass es heuer die Punkteteilung nicht mehr gibt. Ich glaube, das Leistungsniveau in der Bundesliga ist sehr eng zusammen. Ich glaube, dass keiner wie früher Salzburg mit 20 Punkten Vorsprung agieren wird.“
2) „Wir sind so ehrgeizig, dass wir uns weiterentwickeln wollen, aber über allem steht immer der Klassenerhalt. Gerade mit dem Punch und der Kraft des neuen Stadions im Hintergrund wollen wir auch nächstes Jahr wieder in der Bundesliga spielen.“
3) „Bei der WM wurden Spiele gewonnen durch technisch starke Spieler, die dribbeln können, die einen gewissen Speed haben, die in einer Spielidee spielen, die offensiv ausgerichtet ist. Da sehe ich bei uns wieder, dass wir in der Ausbildung nicht nur auf Pressing und gegen den Ball denken dürfen und müssen, sondern auch das ganzheitliche Spiel sehen müssen. Damit wir wieder solche Individualisten im eigenen Land finden und forcieren können. Da muss eine Erweiterung in der Denkweise her, damit wir auch wieder im internationalen Vergleich bestehen können. Im Fußball geht nichts von heute auf morgen. Du brauchst eine Vision und du brauchst Konstanz und Geduld in dieser Vision und darfst dich auch von Rückschlägen nicht umwerfen lassen.“
Markus Mader (Austria Lustenau)
1) „Ich denke, dass es sogar ein wenig enger sein wird. Dass es drei, vier Mannschaften gibt, aus denen eine das Rennen machen wird. Salzburg wird wieder ein heißer Kandidat sein, weil sie die Kaderstruktur ändern und vermehrt auf Erfahrung und Leitwölfe setzen. Ansonsten die üblichen Teams. Rapid wird eine große Rolle spielen, Sturm Graz natürlich, der LASK sowieso. Da wird sich nicht viel verändern durch das Ende der Punkteteilung.“
2) „Für uns zählt der Klassenerhalt. Wir sind der Aufsteiger und wissen, wie schwer es wird, wie groß die Herausforderung wird, in der Bundesliga zu bestehen.“
3) „Mit dieser Situation befasse ich mich eigentlich gar nicht in unserer Situation. Es ist für österreichische Vereine nicht so einfach, sich international durchzusetzen. Die besten österreichischen Spieler sind im Ausland, gute Spieler mit internationaler Qualität nach Österreich zu lotsen, ist schwierig. Da braucht es Ausreißer, dass es funktioniert, und die hatten wir nicht.“