Fragen:

1) Wer ist Ihr Titelfavorit und könnte es trotz des Wegfalls der Punkteteilung ein ähnliches enges Rennen wie in der Vorsaison werden?

2) Wie lauten die Ziele und Erwartungen Ihrer Mannschaft?

3) Was muss passieren, um ein weiteres Abrutschen in der UEFA-Fünfjahreswertung zu verhindern?

Dietmar Kühbauer (LASK)

1) „Der Favorit schlechthin wird Salzburg sein. Die letzten drei Saisonen ohne Titel waren nicht ihr Anspruch, jetzt werden sie versuchen, das Ruder herumzureißen.“

2) „Wir wollen auf jeden Fall im oberen Play-off dabei sein. Wir werden durch den Europacup viel mehr Spiele als letzte Saison haben. Ziel ist es, dass wir so viele Punkte wie möglich für Österreich holen.“

3) „Wir haben in den letzten Jahren nicht so performt, aber deswegen ist nicht alles schlecht. Solche Phasen hat jedes Land.“

Fabio Ingolitsch (Sturm Graz)

1) „Red Bull Salzburg, wie jedes Jahr, trotz Jahren des Misserfolgs. Es gibt keinen anderen Club in Österreich mit annähernd vergleichbaren Möglichkeiten. Erst wenn die wieder schwächeln, können andere – wie wir es in den letzten Jahren auch waren – da sein.“

2) „Bei uns schaut die Zielsetzung gleich aus wie letztes Jahr: Wir wollen uns mit dem SK Sturm Graz für das internationale Geschäft qualifizieren. Gleichzeitig wartet schon unser erstes Etappenziel: Wir wollen in eine internationale Ligaphase, weil sich das unsere fantastischen Fans verdient haben.“

3) „Die grundsätzliche Art und Weise, wie in unserer Liga Fußball gespielt wird, muss hinterfragt werden. Wir sollten uns mehr den internationalen Trends hingeben – wohl wissend, dass wir alle das bekannte Spiel mitspielen, um konkurrenzfähig zu sein und Punkte zu holen. Wichtig ist auch, in der Ausbildung wieder mehr den Fokus auf individuelle Spielerentwicklung zu legen. Wir müssen im Kinder- und Akademiebereich wieder viel mehr den einzelnen Spieler in den Mittelpunkt stellen, nicht den Mannschaftserfolg. Am Ende machen oft die Individualisten den Unterschied.“

Danny Röhl (Red Bull Salzburg)

1) „Es wird ein enges Rennen werden. Titelfavorit sollten wir schon sein. Aber wenn man drei Jahre in Folge nichts geholt hat, brauchen wir den Mund nicht allzu vollnehmen. Ich glaube, Rapid Wien sollte man dieses Jahr nicht unterschätzen.“

2) „Wir wollen attraktiven Fußball spielen. Wir wollen Spiele gewinnen und hochtalentierte Spieler auch wieder auf den Markt hin entwickeln. Es beginnt beim Trainer: Mein Anspruch ist es, mit Konstanz über 32 Spieltage eine super Saison zu spielen.“

3) „Wenn man in höheren Bewerben spielt, macht man manchmal eben auch weniger Punkte. Wir müssen uns alle dazu committen, wieder mehr Punkte für die Liga zu holen. Wir als Salzburg sind gefragt, als gutes Beispiel voranzugehen.“

Stephan Helm (Austria)

1) „Als Titelfavoriten sehe ich den LASK und Salzburg, weil Salzburg wieder ordentlich in die Mannschaft investiert und viele Ressourcen zur Verfügung hat. Ich denke, dass es in der Liga so ist, dass es nicht einfach ist, die Punkte einzusammeln. Aber ich denke schon, dass es bis zum Ende knapp hergeht.“

2) „Wir wollen wieder in die Top Sechs kommen, das bringt das Ligaformat mit sich. Weil man dann am Ende zehn Spitzenspiele hat, in denen man sich selbst zeigen kann, in denen man coole Erlebnisse mit Fans feiern kann. Das ist unser Ziel. Gleichzeitig wollen wir auch im Cup so weit wie möglich kommen.“

3) „Diese vielen Punkte hat grundsätzlich Salzburg geholt, dann hatten auch der LASK und Sturm eine starke Phase. Das sind auch jene Teams, die in diesen Phasen richtig investieren konnten in ihre Mannschaften. Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, dann müssen wir in Fußball investieren. Wenn man den Markt kennt, weiß man, dass die Länder rund um uns uns gehaltsmäßig schön langsam überholen, und da muss man dann ebenfalls investieren. Indem man die Vereine und die Liga attraktiv macht, damit wir mehr Geld generieren können.“

Johannes Hoff Thorup (Rapid)

1) „Das ist schwierig zu sagen, bevor die Saison begonnen hat und wenn das Transferfenster noch so lange offen ist.“

2) „Wir wollen an der Spitze sein und Leistungen abliefern, die uns auf einen Europacup-Platz bringen. Aber mehr kann ich erst sagen, wenn die Transferzeit vorbei ist – die Mannschaft kann bis dahin anders aussehen. Vorher ist nicht die richtige Zeit, um über spezielle Ziele zu sprechen.“

3) „Wenn man den Ball nicht kontrollieren und ein Spiel dominieren kann, wird es auf der größten Bühne schwierig, und der Europacup ist die größte Bühne. Es würde der Liga guttun, wenn es mehr Clubs mit unterschiedlichen Zugängen zum Fußball geben würde und jeder Club seine eigene Identität entwickelt.“

Markus Schopp (TSV Hartberg)

1) „Ich würde aktuell mit dem Double-Sieger LASK gehen, aber ich sehe da ein paar Mannschaften als Herausforderer. Ich weiß, dass Sturm, Salzburg, Austria und Rapid den Anspruch haben, ganz oben zu stehen.“

2) „Wir waren in den Top Sechs. Aus den Gesprächen mit den Jungs höre ich heraus, dass sie den Hunger haben, das zu bestätigen. Das ist eine mutige Ansage als TSV Hartberg, aber genau das muss das Ziel sein. Alles andere wäre für mich nicht okay.“

3) „Wir haben uns über die letzten 13 Jahre eine Identität aufgebaut. Das ist positiv. Aber wir müssen uns weiterentwickeln. Wir legen in der Entwicklung von Spielern unglaublich viel Wert auf Balleroberer, Vertikalspieler und physische Eigenschaften, aber sind in puncto Kreativität abgehängt worden. Wenn ich mir die ‚Mastery on the Ball‘ von Weltmeister Spanien anschaue, dann steckt darin ein kontinuierlicher Glaube. So was erwarte ich mir auch in Österreich: Dass wir mit unserer intensiven Spielidee beginnen zu verstehen, was es bedeutet, uns im Ballbesitz anders zu definieren.“