Fast unmittelbar nach der letzten Zieldurchfahrt der diesjährigen Tour, bei der Mathieu van der Poel aus Belgien den Sieg in dramatischer Art und Weise nach Hause rettete, startete die Party in Pogacars Team, bei dem auch Felix Großschartner als Helfer eine wichtige Rolle spielte. Der Hauptsponsor aus den Emiraten hatte zu einem Dinner in Paris geladen. Pogacar selbst dachte aber in der Stunde des Triumphs an alles, was ihn in seiner Wahlheimat Monaco erwarten würde. „Ich habe ein wenig Hausarbeit zu erledigen“, verriet der Slowene.

Er wolle sich an den kleinen Dingen erfreuen, sagte Pogacar. Die großen hat er ja fast schon alle abgearbeitet. Im Alter von erst 27 Jahren ist er dem exquisiten Kreis der Fünffachsieger mit der belgischen Ikone Eddy Merckx, den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie dem Spanier Miguel Indurain beigetreten. Aber das interessiert den Ausnahmekönner gar nicht so sehr. „Ob es die fünfte oder die erste Tour ist. Ich möchte den Moment genießen, ich denke nicht an die Historie, an Clubbing oder so“, meinte Pogacar.

Vuelta-Start nicht vom Tisch

Der Tour-Dominator blickte sich bereits nach neuen Zielen um. Eines wäre die Spanien-Rundfahrt, die ihm in seiner Erfolgsliste noch fehlt. „Wenn die Vuelta morgen startet, würde ich wohl Nein sagen. Aber in zwei Wochen kann ich ja noch entscheiden“, sagte der Weltmeister. Dass die dritte dreiwöchige Rundfahrt direkt vor seiner Haustür im Fürstentum beginnt, macht es wohl noch umso reizvoller.

Fünfter Tour-Triumph für Pogacar

Radsuperstar Tadej Pogacar hat erneut Geschichte geschrieben. Die Schlussetappe der Tour de France wurde zum großen Triumphzug des Slowenen, der über seinen fünften Gesamtsieg jubelte.

Pogacar will nach und nach die wenigen Lücken in seiner Erfolgsbilanz schließen. „Paris-Roubaix steht auf meinem Wunschzettel“, betonte er. In den vergangenen beiden Jahren machten ihm die Klassiker-Spezialisten Mathieu van der Poel und Wout van Aert auf dem harten Kopfsteinpflaster einen Strich durch die Rechnung. Auch Olympia 2028 in Los Angeles ist ein Ziel. Und da gibt es noch den gelöschten Rekord von Lance Armstrong. Die sieben Tour-Siege des lebenslang gesperrten Dopingsünders sind zwar gestrichen, aber nicht vergessen.

Zweifler bleiben unbeeindruckt

Stichwort Armstrong: Mit Verdächtigungen und Zweifel muss aber auch Pogacar leben. Zu dominant, zu außergewöhnlich sind seine Leistungen. Bei dieser Tour hat der Slowene Rekorde pulverisiert. Ins Radsport-Mekka Alpe d’Huez kletterte er mehr als eine Minute schneller als die 2004 verstorbene Legende Marco Pantani vor 31 Jahren, der mit Epo und anderen Dopingmitteln nachgeholfen hatte.

„Es wäre naiv, einen fünffachen Tour-Sieger zu feiern, ohne den Kontext zu verstehen. Zweifellos ist Pogacar ein Phänomen, doch sein Umfeld ist mit Altlasten aus weniger erfreulichen Zeiten belastet“, schrieb der „Guardian“ und verwies auf Pogacars vorbelasteten Teamchef Mauro Gianetti.

Der fünfmalige Tour-Sieger kann nur auf die unzähligen Dopingkontrollen verweisen, denen er sich unterziehen muss, auch um 5.00 Uhr morgens. „Seit ich bei der Tour dabei bin, gab es immer wieder verrückte Kontrollen. Es gehört mittlerweile einfach zu meinem Leben dazu. Wenn es an der Tür klopft, ist mein erster Gedanke sofort: ‚Hier findet gerade eine Kontrolle statt.‘ Für mich ist das inzwischen so alltäglich wie ein Gang in den Supermarkt.“

113. Tour de France

21. Etappe

Paris - Paris Champs Elysees (89 km): 1. Mathieu van der Poel NED 1:58:49 2. Jasper Philipsen BEL gl. Zeit 3. Mads Pedersen DEN -"- 4. Max Kanter GER -"- 5. Olav Kooij NED -"- 6. Matej Mohoric SLO -"- 7. Rick Pluimers NED -"- 8. Anthony Turgis FRA -"- 9. Milan Fretin BEL -"- 10. Clement Russo FRA -"- 16. Marco Haller AUT -"- 30. Tadej Pogacar SLO -"- 32. Remco Evenepoel BEL -"- 47. Paul Seixas FRA -"- 140. Isaac Del Toro MEX -"- 141. Felix Großschartner AUT -"-