Pirlo nahm Stellung zu der Kontroverse um seinen Sponsorenvertrag mit dem russischen Wettanbieter Fonbet und schrieb, dass er die öffentliche Debatte über seine Person in den vergangenen Tagen „mit großer Bitterkeit“ verfolgt habe. „Im Laufe meiner Karriere, zunächst als Spieler und heute als Trainer, habe ich meine Arbeit stets unter vollständiger Einhaltung der Gesetze der Länder ausgeübt, in denen ich tätig war, sowie der Verträge, die ich unterschrieben habe.“
Die kritisierte berufliche Zusammenarbeit mit dem russischen Wettanbieter sei im Rahmen seiner Tätigkeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstanden und ausschließlich kommerzieller sowie sportlicher Natur gewesen. „Ihr eine politische Bedeutung zuzuschreiben, bedeutet, mir Überzeugungen zuzuschreiben, die ich nie geäußert habe und die nicht zu mir gehören“, betonte Pirlo.
Der frühere Spielmacher war vor einigen Wochen auch zu einer Autogrammstunde in Moskau, was angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht nur in Italien für Aufregung sorgte. Als mögliche Kandidaten für den Posten, für den auch Pep Guardiola abgesagt hat, gelten Roberto Mancini und Antonio Conte.
Maldini soll nach 16 Tagen wieder zurücktreten
Allerdings dürfte der italienische Verband nun wieder ohne Technischen Direktor dastehen. Maldini hatte laut Medienberichten bereits angekündigt, dass ohne Pirlo auch er für einen strukturellen Neuaufbau nicht mehr zur Verfügung stehe. Am Montagabend setzte der ehemalige Weltklasseverteidiger das offenbar um.
Wie Sky Italia berichtete, verlassen sowohl Maldini als auch sein Berater Leonardo den italienischen Verband nach gerade einmal 16 Tagen wieder. Die als Hoffnungsträger geholten ehemaligen Spitzenspieler haben das demzufolge dem Verbandschef Giovanni Malago mitgeteilt.
Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Der 58-jährige Maldini hatte sich für seinen ehemaligen Teamkollegen Pirlo starkgemacht. Der vierfache Weltmeister Italien hatte im Frühjahr zum dritten Mal hintereinander die Weltmeisterschaft verpasst, weshalb Nationaltrainer Gennaro Gattuso gehen musste.