Der LASK bestreitet sein allererstes Heimspiel als österreichischer Meister seit 61 Jahren. Die Rolle als Titelverteidiger soll laut Trainer Dietmar Kühbauer aber nichts Wesentliches ändern. „Besser fühle ich mich nicht rein körperlich, besser schaue ich auch nicht aus“, meinte der 55-Jährige mit einem Lächeln. „Das muss man vom Tisch wischen.“
Wesentlicher ist für ihn, den Abgang von ÖFB-Teamstürmer Sasa Kalajdzic zu kompensieren, dem Schlüsselspieler beim überraschenden Double-Gewinn. „Kalajdzic war für uns ein enorm wichtiger Spieler, er hat die Spieler um ihn besser gemacht. Aber er ist nicht mehr da, das müssen wir so annehmen“, betonte Kühbauer. Es sei eine Veränderung, Fußball werde aber mit Leidenschaft, guten Laufwegen und Energie gespielt. „Wir müssen das Spiel nicht grundlegend verändern.“
LASK startet mit Sorgen
Für den LASK beginnt am Freitag mit dem Heimspiel gegen den GAK die Titelverteidigung. Langzeitverletzungen mehrerer Neuzugänge noch vor dem Bundesliga-Auftakt trüben jedoch die Stimmung.
Wenige Optionen in der Offensive
Ein bis zwei neue Stürmer werden nach Harakates Kreuzbandriss noch gesucht. Gegen den GAK dürfte neben Samuel Adeniran und Krystof Danek in der Offensive Christoph Lang beginnen. Moses Usor scheint nach seiner Meniskusoperation bisher nur als „Joker“ eine Option. Beim 7:0-Auftaktsieg des Double-Gewinners zum Auftakt des Uniqa-ÖFB-Cups gegen Kalsdorf spielte der Nigerianer eine halbe Stunde, der für den verletzten Harakate eingewechselte Lang traf viermal.
„Sieben Tore zu schießen war sehr gut. Es war super, dass die Jungs draufgeblieben sind“, so Kühbauer. Daran soll zu Hause angeknüpft werden. „Im Fußball ändert es sich nie, dass man in einem Heimspiel dem Gegner sein Spiel aufzwingen will. Ein gutes Spiel ist unser Ziel.“ Im Vorjahr ging der Start mit einem 0:2 gegen Sturm Graz daneben, damals noch ohne Kühbauer. „Jeder weiß, was los ist. Der Großteil vom Kader ist derselbe“, so Sascha Horvath.
Neben ihm dürfte wie im Cup Neuzugang Robert Ljubicic im Mittelfeldzentrum beginnen. „Jeder kennt seine Qualitäten, er ist ein guter Fußballer und wird uns sicher helfen“, sagte Horvath über den Ex-Rapidler. Neu zur Verfügung hat Kühbauer auch Alessandro Schöpf. Der WM-Teilnehmer könnte sein LASK-Debüt geben.
Emotionale Rückkehr für Michorl
Ein besonderes Spiel wartet auf GAK-Neuzugang Michorl, der von 2014 bis 2024 nicht weniger als 351 Pflichtspiele für den LASK bestritten und bei den Linzer Fans einen dementsprechenden Status genießt.
„Am Platz werden wir keine Freunde sein, danach schon wieder“, sagte Horvath. Zehn Jahre seien eine lange Zeit, ergänzte Michorl. „Aber ich fahre nicht nach Linz, um Hände zu schütteln. Wir wollen etwas mitnehmen.“ Das sieht auch Feldhofer so. „Die Mannschaft ist gut vorbereitet und brennt darauf, dass es wieder losgeht“, so der Ex-Internationale. „Wir fahren mit breiter Brust nach Linz, wissen aber, wie stark der Gegner ist.“
GAK hofft auf Überraschung
Zum Bundesliga-Auftakt wartet auf den GAK mit Double-Sieger LASK eine schwere Auswärtsaufgabe. Die Grazer gehen als Außenseiter ins Duell, wollen in Linz aber für eine Überraschung sorgen.
2025 mussten die Grazer bis zur Ligarunde zwölf auf den ersten Saisonsieg warten. So lange soll es diesmal längst nicht dauern. Die beiden Duelle mit dem LASK gingen in der Meistersaison an die Linzer.