In einer turbulenten Anfangsphase kassierte die Austria nach einer zu kurz geratenen Abwehr von Keeper Samuel Sahin-Radlinger bereits in der vierten Spielminute das 0:1 durch Amar Haidara. Neuzugang Jonas Feddersen (20.) und Kelvin Boateng (29.) drehten die Partie mit ihren Toren noch vor der Pause, Reinhold Ranftl (66.) setzte den Schlusspunkt.

Austria-Trainer Stephan Helm musste auf seinen Abwehrchef Aleksandar Dragovic verzichten, der sich im Cupmatch gegen den Wiener Sport-Club eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Zudem verzichtete Helm in seiner Startelf auf Kapitän Manfred Fischer, Johannes Eggestein und Sanel Saljic.

Austria setzt sich gegen Liepaja durch

Die Austria hat den lettischen Vertreter Liepaja mit 3:1 geschlagen. Die Treffer für die Wiener erzielten Feddersen, Boateng und Ranftl. Nach dem 2:0 im Hinspiel zogen die „Veilchen“ somit in die dritte Qualifikationsrunde für die UEFA Conference League ein.

Austria verdaut frühen Schock

Nach der komfortablen 2:0-Führung aus dem Hinspiel begann das Match bei Temperaturen von knapp über 30 Grad in der Generali Arena mit einem Schock für die Austria: Philipp Maybach verlor rund 20 Meter vor dem Tor den Ball, Keeper Sahin-Radlinger konnte einen Distanzschuss von Danila Patijcuks nur nach vorne abprallen lassen, dort stand Amar Haidara goldrichtig und versenkte den Ball zur 1:0-Führung für den Underdog, der sich aber nur vier Minuten nach dem Führungstreffer selbst schwächte.

Im Laufduell mit Kelvin Boateng blieb Marvin Martins im Rasen hängen und hielt im Stolpern als letzter Mann seinen Gegenspieler zurück. Schiedsrichter Luca Zufferli zögerte nicht lange und zeigte dem Ex-Austrianer die Rote Karte.

Martins wird mit Rot vom Platz geschickt (8.)

Trotz eines frühen Rückstands setzte sich die Austria gegen Liepaja mit 3:1 durch und zog souverän in die dritte Qualifikationsrunde der Conference League ein. Dort wartet Beitar Jerusalem.

Boateng sorgt für Vorentscheidung

Mit einem Mann mehr erlangte die Austria nach anfänglichen Schwierigkeiten zunehmend die Kontrolle über das Spiel – und belohnte sich mit dem Ausgleich: In der 19. Spielminute schnappte sich Verteidiger Jonas Feddersen den Ball, ließ zwei Gegenspieler stehen und traf von der Strafraumgrenze zum 1:1.

Feddersen gleicht zum 1:1 aus (20.)

Der Verteidiger trifft zum Ausgleich.

Zehn Minuten später brachte Reinhold Ranftl den Ball von der rechten Seite zu Vasilije Markovic, der zunächst noch an Danijel Petkovic scheiterte, gegen den Nachschuss von Boateng war der lettische Keeper aber machtlos. Die Letten steckten aber noch nicht auf: Vjaceslavs Isajevs zwang Keeper Sahin-Radlinger noch vor der Pause zu einer Glanzparade. Auf der Gegenseite ließen Markovic und Schablas beste Gelegenheiten auf das 3:1 aus.

Ranftl mit Schlusspunkt

Nach der Pause hatten die Hausherren die Partie komplett unter Kontrolle. Nach rund einer Stunde kam Feddersen völlig frei vor dem gegnerischen Tor zum Abschluss, verpasste aber seinen ersten Doppelpack im Trikot der Wiener. Den Schlusspunkt setzte schließlich Ranftl, der nach Vorarbeit von Schablas und Kapitän Fischer mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 3:1 traf.

Ranftl schießt das 3:1 (66.)

Der Routinier sorgt für den Endstand.

In der Defensive wurden die Austrianer von harmlosen Letten nicht mehr gefordert und so brachte die Austria den Sieg und den damit verbundenen Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde ohne Mühe über die Zeit.

Wiedersehen mit Weissman

In der nächsten Runde wartet mit Beitar Jerusalem wohl ein härterer Gegner. Die Israelis schlugen AEK Larnaka nach einem 1:0 und 2:3 im Elfmeterschießen. Das Hinspiel findet am kommenden Donnerstag auswärts in Rumänien statt.

Dabei kommt es für die Austria zu einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten aus der Bundesliga. Shon Weissman wechselte nach dem Abstieg von Blau-Weiß Linz im Sommer zu Beitar, in der Saison 2020/21 wurde der mittlerweile 30-Jährige beim Wolfsberger AC Torschützenkönig der Bundesliga.

Stimmen zum Spiel:

Stephan Helm (Austria-Trainer): „Ich bin nach dem Gegentor ganz ruhig geblieben. So etwas darf nicht passieren, kommt aber von Zeit zu Zeit vor. Danach haben wir das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten, die Bälle hinten reingespielt. So hat Boateng auch die Rote Karte herausgeholt, die dem Spiel gleich wieder eine Wende gegeben hat. Ohne die Rote Karte wären wir schon noch ganz anders gefordert worden. Wir haben am Anfang Fehler gemacht, dann schnell daraus gelernt. Die Reaktion war wichtig, dass wir positiv und klar geblieben sind und über das Spiel viele Chancen kreiert haben. Wir müssen aber einige Dinge besser machen. Beitar Jerusalem wird sich ungefähr in unserer Kragenweite bewegen, vergleichbar mit Banik Ostrava letztes Jahr. Wir werden alles reinwerfen müssen, damit wir da weiterkommen.“

Helm: „Haben schnell aus den Fehlern gelernt“

Der Cheftrainer im Interview.

Reinhold Ranftl (Austria-Mittelfeldspieler): „Es war ein schwieriger Start, wenn du gleich 0:1 hinten bist mit einer komplett neu zusammengewürfelten Mannschaft. Wir hatten viele junge Spieler am Platz und haben uns ins Spiel reingearbeitet. Die Rote Karte hat uns in die Karten gespielt. Das 1:1 war sehr wichtig für uns, der Sieg geht in Ordnung.“

Ranftl: „Haben uns ins Spiel reingearbeitet“

Der Routinier im Interview.

Manfred Fischer (Austria-Kapitän): „Ganz souverän war es nicht, finde ich. Wir sind am Anfang nicht in die Duelle gekommen, keiner hat das Heft richtig in die Hand genommen. Wenn der Marvin in der 8. Minute die Rote Karte nicht kriegt, kann das Spiel in eine ganz andere Richtung laufen. Die Rote Karte hat ihnen den Wind aus den Segeln genommen. Danach haben es die Jungs gut gemacht, wir haben es staubig weggespielt. Es war wichtig, jetzt einmal weiterzukommen, das war bei uns ja nicht immer der Fall.“

Conference League, Qualifikation, zweite Runde, Rückspiel

Donnerstag:

Austria – Liepaja 3:1 (2:1)

Wien, Franz-Horr-Stadion, 8.300, SR Zufferli (ITA)

0:1 Haidara (4.)

1:1 Feddersen (19.)

2:1 Boateng (29.)

3:1 Ranftl (66.)

Austria: Sahin-Radlinger – Buhari (60./Toifl), Lee K. (60./Fischer), Feddersen – Ranftl, Maybach, Wustinger (46./Handl), Schablas – Hettwer (73./Deshishku), Boateng (60./Eggestein), Markovic

Liepaja: Petkovic – Sorokins, Isajevs (42./Korobenko), Martins, Straalman – Ekou (35./Korotkovs), Strumia – Ogunniyi (46./Leidsman), Patijcuks (72./Lakutis), Haidara (72./Leite) – Oloko

Rote Karte: Martins (8./Notbremse)

Gelbe Karten: Wustinger bzw. Strumia, Ekou

Hinspiel 2:0 – Austria mit dem Gesamtscore von 5:1 in der dritten Runde gegen Beitar Jerusalem