„Gratulation an den Schiedsrichter, dass man da Abseits gibt. Großes Kompliment“, war Routinier Aleksandar Dragovic im ORF-Interview bedient. Einmal in Rage, legte der Routinier, der nach einem Handspiel in der Schlussphase mit Rot vom Platz geflogen war, nach. „Ich hab von fünf Leuten gehört, dass es ein Skandal war. Ich habe es selber noch nicht gesehen, aber wenn es fünf Leute so sagen, dann wird es so stimmen.“

Die regelmäßigen Diskussionen aufgrund von Schiedsrichter- und VAR-Entscheidungen sind Dragovic ein Dorn im Auge. „Woche für Woche haben wir das Thema mit dem VAR. Da sollte sich Österreich einmal etwas überlegen.“ Der 35-Jährige weiter: „Heute hat sicherlich nicht das bessere Team gewonnen, sondern das glücklichere.“

Nach 0:2 gegen LASK: Dragovic hadert mit VAR

Nach dem 0:2 gegen den LASK hat sich Aleksandar Dragovic alles andere als glücklich über die Leistung des VAR gezeigt. Besonders der aufgrund einer hauchdünnen Abseitsstellung aberkannte Führungstreffer ärgerte den Austria-Abwehrchef: „Ich habe von fünf Leuten gehört, dass es ein Skandal war.“

Helm trauert möglichem Punktgewinn nach

Austria-Trainer Stephan Helm hatte ebenfalls seine Probleme mit dem zurückgenommenen Führungstreffer. „Diese Linie (Abseitsüberprüfung des VAR, Anm.) kalibriert hin oder her, das ist schwer zu akzeptieren“, stellte der 43-Jährige klar. LASK-Kapitän Sascha Horvath, früher selbst bei der Austria tätig, meinte zur strittigen Situation: „Das Glück haben wir für diese Saison aufgebraucht.“

Helm trauerte den verpassten Möglichkeiten nach und ärgerte sich über schlecht ausgespielte Konter seiner Akteure. „Wenn du gegen den LASK Großchancen herausspielen willst, dann musst du noch genauer sein. Da muss alles perfekt passen“, gab Helm zu. Trotz des zweiten Saison-„Nullers“ wollte er aber nicht Trübsal blasen. Der Meister sei besser gewesen, die Leistung „über weite Strecken“ aber „in die richtige Richtung“ gegangen. „Es wäre möglich gewesen, mehr mitzunehmen.“

LASK schlägt auch Austria Wien

Titelverteidiger LASK konnte mit einem 2:0-Erfolg gegen Austria Wien seinen erfolgreichen Bundesliga-Auftakt fortsetzen.

„Zu wenig für unsere Ansprüche“

Routinier Reinhold Ranftl fand nach der zweiten Niederlage der Saison klare Worte. „Null Punkte, das ist zu wenig für unsere Ansprüche“, so der 34-Jährige. Für das Beitar-Heimrückspiel am Donnerstag, bei dem das Ticket für das Quali-Play-off der Conference League vergeben wird, dürfe man aber Selbstvertrauen mitnehmen, so Ranftl.

„Weil wir haben gesehen, wir können mit dem Meister mithalten.“ Ohnehin dürfe man „nicht zu früh auf die Tabelle schauen. Man hat es letztes Jahr gesehen. Wir haben immer unsere Probleme zum Saisonstart. Wir werden unsere Punkte machen und wir werden uns alle weiterentwickeln im Laufe der Saison.“

Kühbauer fordert mehr

Beim LASK kann man nach zwei Spieltagen hingegen entspannt auf die Tabelle blicken. Mit zwei Siegen und einem 5:0-Torverhältnis verlief der Ligaauftakt für den Meister nach Wunsch. Rundum zufrieden war Coach Dietmar Kühbauer trotzdem nicht. „Wir können und müssen es besser machen“, stellte er nach dem glanzlosen Sieg bei der Austria fest.

Der LASK steuert nicht nur dem OÖ-Derby am Freitag, sondern auch dem Play-off-Hinspiel in der Champions-League-Quali gegen Celtic Glasgow am 19. August mit gelassener Souveränität entgegen. Manchmal freilich ein bisschen zu gelassen für Kühbauers Gusto. „Wir müssen auf Zug bleiben, das haben wir ein bissl vermissen lassen.“

Tormann Lukas Jungwirth, der angesichts nur eines Torschusses kaum gefordert war, stimmte zu. „Besonders zu der Zeit des Abseitstors haben wir uns zu viel auf den Ballbesitz verlassen und waren bei den Umschaltern der Austria nicht klar im Kopf da. Auch am Schluss müssen wir klarer sein, das wird gegen andere Gegner vielleicht bestraft“, konstatierte der 22-Jährige. Es sei freilich Jammern auf hohem Niveau, fügte er hinzu. „Ich glaube, wenn man als Favorit mit einem 2:0 heimfährt, kann man definitiv zufrieden sein.“