„Der Plan ist immer, gleich im ersten Versuch eine gute Weite zu machen. Darüber, dass es so im ersten direkt gelingt, bin ich – muss ich ehrlich sagen – heuer sehr glücklich. Es war ein toughes Jahr. Und auch die letzten Wochen mit dem Rücken nicht einfach, aber wir haben das hingekriegt“, so Weißhaidinger, der sich nach der schwierigen Vorbereitung auf die EM erleichtert zeigte.

Trotz überzeugender Leistung in der Qualifikation blieb der 34-Jährige mit Prognosen für das Finale zurückhaltend. „Ich habe jetzt genug Erfahrung, dass ich weiß, was auf mich zukommt. Ich weiß, ich muss draufpacken, aber ich weiß auch einen hundertprozentigen Wurf, wo ich von Anfang an Vollgas gebe, an die Grenzen gehe, bringe ich nicht ganz durch. Es ist heuer sicher so, dass es in der Waage ist zwischen einem kontrollierten und einem aggressiven Wurf“, erklärte Weißhaidinger seine Devise für das Finale am Donnerstag.

Weißhaidinger erreicht mühelos Diskus-Finale

Lukas Weißhaidinger hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham souverän das Diskus-Finale erreicht. Der Oberösterreicher schleuderte die Scheibe im ersten Versuch auf 65,06 Meter und schaffte als Vierter den Einzug ins Finale der besten zwölf.

Favoriten in der Qualifikation vorne dabei

Den stärksten Eindruck in der Qualifikation hinterließen der Litauer Mykolas Alekna (67,74 m) und der Slowene Kristjan Ceh (67,52). Auf dem dritten Platz landete der Deutsche Henrik Janssen, der sein Arbeitsgerät auf 65,42 m warf.

Österreichs zweiter Diskuswerfer verpasste hingegen den Finaleinzug deutlich. Will Dibo belegte bei seinem EM-Debüt mit einer Weite von 55,31 m den 27. Rang unter 29 Teilnehmern. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit dem Wettkampf“, sagte der EM-Debütant, der seinen ersten Wettkampf nach einer vor sechs Wochen erlittenen Wadenverletzung bestritt.

Hürdenläufer Strohmayer-Dangl im Halbfinale

In den Laufbewerben sorgte Hürdenläufer Strohmayer-Dangl über 400 m für das rot-weiß-rote Highlight. Der 24-Jährige wurde mit einer Zeit von 49,39 Sekunden Sechster der Nichtvorqualifizierten. "Das im Vorlauf, bei doch windigen, böigen Bedingungen, da bin ich sehr zufrieden. Das Niveau ist sehr hoch“, sagte der ÖLV-Rekordhalter.

Strohmayer-Dangl souverän im Halbfinale

Niklas Strohmayer-Dangl hat im Vorlauf über 400 m Hürden mit der zweitbesten Zeit seiner Karriere das EM-Halbfinale erreicht. Der 24-Jährige war mit Platz zwei und seiner Leistung bei schwierigen Windbedingungen zufrieden.

Dass zwölf Läufer gesetzt sind und für das 24er-Halbfinale vorqualifiziert sind, während er selbst einen zusätzlichen Lauf hat, findet er „eine unfaire Regel“. Er habe schon einen vollen Lauf in den Beinen, werde aber versuchen, den Rekord (49,18) zu attackieren. Leo Köhldorfer benötigte 51,10 Sekunden und verpasste den Aufstieg als 24. klar.

Halbfinal-Aus für Dlauhy und Pressler

Die beiden niederösterreichischen 400-m-Hürdenläuferinnen Anna Dlauhy und Lena Pressler verpassten den Einzug ins Finale. Dlauhy wurde in ihrem Lauf mit einer Zeit von 55,22 Sekunden Sechste, was für den 14. Gesamtrang reichte. Pressler, die am Montag in 54,97 die schnellste Vorlaufzeit erzielt hatte, stürzte in ihrem Halbfinale und belegte mit 1:01,85 Minuten Rang 23.

Pressler verpasst Halbfinale nach Sturz

Österreichs 400-m-Hürdenläuferinnen haben bei der EM in Birmingham den Einzug ins Finale verpasst. Pressler, die am Vortag die schnellste Vorlaufzeit erzielt hatte, stürzte bei ihrem Lauf und belegte lediglich Rang 23.

Schnellste im Halbfinale war die Belgierin Paulien Couckuyt (53,87). Selbst Dlauhys österreichischer Rekord von 54,52 Sekunden hätte nicht für die Teilnahme am Finale gereicht. „Die Enttäuschung ist groß. Es wäre sich eine neue Bestleistung ausgegangen, das ist so ärgerlich. Aber das kann man nicht ändern“, meinte Pressler, deren Bestleistung bei 54,55 liegt.

Bei Dlauhy schaltete sich zu einem ungünstigen Zeitpunkt der Kopf zu stark ein. „Ich bin einfach volle Attacke losgelaufen. Die ersten paar Hürden haben sich wirklich gut angefühlt und ich war überrascht, wie ich mit denen auf den Bahnen neben mir noch mithalten konnte. Ich glaube, ich habe ab Hürde vier zu viel zum Nachdenken angefangen, das hätte ich nicht dürfen“, sagte die 23-Jährige. Es sei ein sauberer Lauf gewesen, den Gegenwind auf der Zielgeraden spürte sie deutlich. „Platz 14 bei meiner ersten Europameisterschaft ist aber richtig cool.“

Debütantin Redlinger mit Rang 17 unglücklich

Äußerst unglücklich war Lisa Redlinger nach ihrem abendlichen EM-Debüt über 5.000 m – sowohl Platz 17 als auch die Zeit von 15:57,19 Minuten brachten die Saisonaufsteigerin den Tränen nahe. „Für diese Zeit und diese Platzierung bin ich nicht hergekommen. Das ist ziemlich schade, ich habe mir das so nicht vorgestellt. Ich bin sehr enttäuscht“, sagte die Vorarlbergerin, die heuer bereits 15:12,03 gelaufen war.

„Es war so ein langsames Rennen am Anfang. Ich hätte einfach nach vorne und ein schnelles Rennen machen müssen. Dann wäre ich wenigstens mit der Zeit zufrieden gewesen.“, sagte Redlinger. Gold ging an die Italienerin Nadia Battocletti (15:37,84).

Bredlinger und Fuchs im Vorlauf out

Bereits im Vorlauf Endstation war für 800-m-Läuferin Caroline Bredlinger. Die 25-jährige Niederösterreicherin erwischte einen schlechten Tag, kam nicht über eine Zeit von 2:03,41 Minuten hinaus und schied als 29. aus.

100-m-Sprinter Markus Fuchs schied in den Vorläufen der Nichtvorqualifizierten als 23. unter 24 angetretenen Teilnehmern mit 10,76 Sekunden aus. „Die Erwartungen sind immer höher. Aber ich glaube, ich habe das Beste aus der Situation gemacht und deswegen bin ich gar nicht so unzufrieden“, so der Niederösterreicher, der mit 10,08 Sekunden den österreichischen Rekord hält.