Torjäger Talisca sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter (66.) vor 15.599 Zuschauern in Graz für die Entscheidung. Der finanzstarke Traditionsverein aus der Türkei blieb damit auch im zehnten Duell mit einem rot-weiß-roten Verein ungeschlagen und darf im Play-off weiter von der ersten Teilnahme an der Königsklasse seit 2008/09 hoffen. Den „Blackies“ von Trainer Fabio Ingolitsch fehlte im Rückspiel vor allem die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor.

Vor der Begegnung hatte Ingolitsch angekündigt, mehr Risiko zu gehen. In diesem Sinne stellte er auf drei Positionen um: In der Verteidigung starteten Arjan Malic und Sommeruugang Petar Petrovic, im Sturm sollte Axel Kayombo seine Geschwindigkeit ausspielen. In der Sturm-Startelf war mit Kapitän Jon Gorenc Stankovic nur ein Spieler älter als 23 Jahre, bei der türkischen Millionentruppe waren alle Akteure mindestens 24 Jahre alt. Laut Medienberichten steht auch Topstürmer Romelu Lukaku (BEL) vor einem Wechsel an den Bosporus.

Sturm verliert auch Rückspiel gegen Fenerbahce

Sturm Graz hat sich gegen Fenerbahce teuer verkauft, den Traum von der Champions League aber begraben müssen. Nach dem 0:2 im Hinspiel in Istanbul unterlagen die Grazer auch im Rückspiel mit 0:1. Sturm spielt aber fix in der Europa-League-Ligaphase weiter.

Gastgeber ambitioniert

Anders als im Hinspiel attackierten die Grazer früher und waren offensiv präsenter. Dem so wichtigen Führungstreffer waren aber die Türken näher: Talisca zwang Daniil Chudjakow mit einem Flachschuss zu einer Parade (11.). Bei stimmungsvoller, friedlicher und fast ausverkaufter Kulisse hielt Fenerbahce den Ball immer sicherer in den eigenen Reihen und kam in Minute 24 zur nächsten Großchance. Kerem Aktürkoglu tauchte alleine vor Chudjakow auf, der Sturm-Tormann hielt sein Team mit einer weiteren Glanztat im Spiel.

In der Folge hatte die Ingolitsch-Elf deutlich mehr Spielanteile, die in vielen Halbchancen mündeten. Kopfbälle von Seedy Jatta (28.) und Gorenc Stankovic (38.) sowie Distanzschüsse von Emran Soglo (30.) und Kayombo (34.) brachten Fenerbahce-Schlussmann Mert Günok nicht in Bedrängnis.

Talisca vom Punkt eiskalt

Die Schwarz-Weißen wollten das Stadion mit dem Führungstreffer – egal zu welchem Zeitpunkt – zum Brennen bringen. Nach der torlosen ersten Hälfte waren die Grazer zweimal knapp dran. Erst wurde ein Stanglpass von Jacob Peter Hödl im letzten Moment von Archie Brown geklärt (48.), dann setzte Malic einen Kopfball knapp am langen Eck vorbei (50.).

In einem Spiel auf Augenhöhe fehlte Sturm aber die nötige Präzision im Abschluss. Auf der Gegenseite schoss Talisca drüber (59.). Kurz darauf holte der Brasilianer einen Elfmeter heraus, Petrovic kam gegen den wuchtigen Angreifer zu spät. Talisca trat selbst an und verwandelte eiskalt.

In der 76. Minute hatte Belmin Beganovic die beste Chance auf den Ausgleichstreffer, der „Joker“ scheiterte aber an Günok. In der Schlussphase blieb Chudjakow im Duell gegen Aktürkoglu erneut siegreich (87.).

Stimmen zum Spiel:

Fabio Ingolitsch (Sturm-Trainer): „Es tut gerade richtig weh, weil ich nicht denke, dass es notwendig war, dieses Spiel zu verlieren. Wir haben uns unglaublich gut geschlagen. Wir hatten den einen oder anderen sehr spannenden Moment in der Offensive, den wir leider nicht nutzen. Wir haben gesagt, das erste Tor ist einfach entscheidend, welchen Weg das Spiel nimmt. Wir hatten das Momentum in der zweiten Halbzeit schon auf unserer Seite, haben es aber leider nicht ganz über die Linie bekommen. Der Elfmeter hat uns den Stecker gezogen.“

Jon Gorenc Stankovic (Sturm-Kapitän): „Wir sind enttäuscht, weil es unser Ziel war, eine Runde weiterzukommen. Wir haben alles gegeben und ein super Spiel gemacht. Am Ende müssen wir stolz auf uns sein. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die richtig gut und richtig viel wert ist. Mit ein bisschen Glück schießen wir heute das 1:0. Aber das ist Fußball. Gratulation an Fener, unser Weg geht weiter.“

Champions League, Qualifikation

Dritte Runde, Rückspiel:

Sturm Graz – Fenerbahce Istanbul 0:1 (0:0)

Stadion Graz-Liebenau, 15.599; SR Hernandez (ESP)

Tor: Talisca (66./Elfmeter)

Sturm: Chudjakow – Malic (61./Heil), Mitchell, Petrovic (79./Koller), Soglo – S. Seidl, Weinhandl, Gorenc Stankovic (70./Fosso), Hödl – Kayombo (61./Weiper), Jatta (61./Beganovic)

Fenerbahce: Mert Günok – Nelson Semedo (62./Mert Müldür), Skriniar, Ake, Brown – Guendouzi, Kante (73./Ismail Yüksek) – Greenwood (62./Oguz Aydin), Asensio (62./Fred), Kerem Aktürkoglu – Talisca (77./Muriqi)

Gelbe Karten: Mitchell, Ingolitsch (Trainer), Fosso bzw. Nelson Semedo, Brown, Kerem Aktürkoglu

Hinspiel 0:2 – Sturm mit dem Gesamtscore von 0:3 ausgeschieden und fix in der Europa-League-Ligaphase, Fenerbahce im CL-Play-off