Vor der Begegnung hatte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch angekündigt, mehr Risiko gehen zu wollen – und in diesem Sinne stellte er auf drei Positionen um: In der Verteidigung starteten Arjan Malic und Sommer-Zugang Petar Petrovic, im Sturm sollte Axel Kayombo seine Geschwindigkeit ausspielen. In der Sturm-Startelf war mit Kapitän Jon Gorenc Stankovic nur ein Spieler älter als 23 Jahre, bei der türkischen Millionentruppe waren alle Akteure mindestens 24 Jahre alt.

Offensiv präsenter

Anders als im Hinspiel attackierten die Grazer früher und waren offensiv präsenter. Dem so wichtigen Führungstreffer waren aber die Türken zunächst näher: Talisca zwang Daniil Chudjakow mit einem Flachschuss zu einer Parade (11.). Bei stimmungsvoller, friedlicher und fast ausverkaufter Kulisse – insgesamt gab es 15.599 Zuschauer – hielt Fenerbahce den Ball immer sicherer in den eigenen Reihen und kam in Minute 24 zur nächsten Großchance: Kerem Aktürkoglu tauchte alleine vor Chudjakow auf, der Sturm-Tormann hielt sein Team mit einer weiteren Glanztat im Spiel.

Viele Halbchancen für Sturm

In der Folge hatte die Ingolitsch-Elf deutlich mehr Spielanteile, die in vielen Halbchancen mündeten. Kopfbälle von Seedy Jatta (28.) und Gorenc Stankovic (38.) sowie Distanzschüsse von Emran Soglo (30.) und Kayombo (34.) brachten Fener-Schlussmann Mert Günok nicht in Bedrängnis.

Die Grazer hatten angekündigt, das Stadion mit dem Führungstreffer – egal zu welchem Zeitpunkt – zum Brennen bringen zu wollen – nach der torlosen ersten Hälfte waren die Grazer zweimal knapp dran: Erst wurde ein Stanglpass von Jacob Peter Hödl im letzten Moment von Archie Brown geklärt (48.), dann setzte Malic einen Kopfball knapp am langen Eck vorbei (50.). In einem Spiel auf Augenhöhe fehlte Sturm aber die nötige Präzision im Abschluss.

Fenerbahce-Führung durch Elfer

Auf der Gegenseite schoss Talisca in der 59. Minute drüber. Kurz darauf holte der Brasilianer dann einen Elfmeter heraus – Petrovic kam gegen den wuchtigen Angreifer zu spät. Talisca trat selbst an und verwandelte eiskalt.

Elfmeter: Talisca verwandelt eiskalt (66.)

Fenerbahce-Stürmer Talisca wird im Strafraum klar gefoult und kann den Elfer sicher ins Eck verwandeln. Für die Grazer ist das Gegentor nach einer bislang kämpferischen Leistung äußerst bitter.

In der 76. Minute hatte Belmin Beganovic die beste Chance auf den Ausgleichstreffer, der „Joker“ scheiterte aber an Günok. In der Schlussphase blieb Chudjakow im Duell gegen Aktürkoglu erneut siegreich (87.) – mehr dazu in Sturm kämpft gegen Fenerbahce vergeblich (sport.ORF.at).

Ingolitsch beklagte Mammutprogramm

Im Vorfeld der Partie monierte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch das dichte Programm mit vielen Begegnungen innerhalb kurzer Zeit: „Man muss schon hinterfragen, ob das richtig ist, wie sich unsere Liga da aufstellt. In dieser entscheidenden Phase haben wir ein Mammutprogramm.“ Das solle aber kein Jammern sein, betonte Ingolitsch weiter.

Die Grazer kamen auf vier Matches innerhalb von elf Tagen, besonders beim Trainingsvolumen vor den Begegnungen gebe es Unterschiede. „Wir bereiten uns seit Wochen auf jeden Gegner mit nur einem Training vor. Fenerbahce hatte vor dem Hinspiel sechs Trainingstage, jetzt hatten sie fünf und wir einen“, so Ingolitsch. Es gehe im Moment nicht um die gegnerspezifische Vorbereitung, „sondern nur darum zu schauen, wie ich meinen Körper so schnell wie möglich wieder in den Griff bekomme“.

Nun wartet die Europa League