Im Grazer Gemeinderatswahlkampf baute NEOS noch kamerawirksam Hürden auf und warnte vor einer Reform-Stolpergefahr – nun allerdings kommt die pinke Partei offenbar selbst ins Straucheln.

Da wäre zunächst der Ausschluss des steirischen Partei-Mitgründers Veit Dengler – mehr dazu in NEOS schließt Veit Dengler aus Klub und Partei aus (news.ORF.at, 10.7.2026) und in Dengler rechnet mit NEOS ab (news.ORF.at, 11.7.2026) –, und am Montag folgte der überraschende Partei-Austritt des Grazer NEOS-Chefs Philipp Pointner – mehr dazu in NEOS Graz: Philipp Pointner ausgetreten.

„Philipp nahm sich heraus aus dem aktiven Geschäft“

Die Bundesorganisation musste die Landespartei darüber informieren – die hatte nämlich wochenlang keinen Kontakt zur ihrem nunmehrigen Ex-Graz-Chef. Bis Montagabend, so NEOS-Landessprecher Niko Swatek: „Die Landesorganisation hat Kontakt mit Philipp Pointner, die letzten Wochen über hatten wir diesen nicht. Das ist auch medial so kolportiert worden, weil sich Philipp zurückgenommen hat, herausgenommen hat aus dem aktiven Geschäft, und er hat die Entscheidung getroffen, auch der Politik den Rücken zuzukehren.“

Nach Pointner-Austritt: Was ist bei NEOS los?

Seit seiner Gründung gilt NEOS als junge, liberale Partei. Doch seit einigen Wochen häufen sich die Querelen – zuletzt etwa der sehr überraschende Parteiaustritt des Grazer NEOS-Chefs Philipp Pointner. Nicht nur politische Beobachter fragen sich: Was ist bloß bei NEOS los?

Einem NEOS-Politiker wendete sich Pointner dann doch noch zu: Er erklärte ausgerechnet Alexis Pascuttini die Gründe für seinen Austritt – Pascuttini war erst kurz vor der Graz-Wahl am 28. Juni vom „Korruptionsfreien Gemeinderatsklub“ (KFG) zu NEOS gewechselt und zieht nun statt Pointner in den Gemeinderat ein.

„Das hat leider nicht funktioniert“

Die mangelnde Unterstützung einiger NEOS-Mitglieder für Spitzenkandidat Pointner im Wahlkampf sei ein Grund für das magere Ergebnis – 4,9 Prozent und ein Verlust von 0,5 Prozentpunkten – und Pointners Rückzug: „Dass die Geschlossenheit in der Organisation gegenüber dem Spitzenkandidaten nicht in der Form passiert ist – da gab es auch einen Zeitungsartikel, wo Mitglieder den Spitzenkandidaten attackiert haben –, und das ist etwas, was wir als NEOS nicht haben wollen, weil wir immer an einem Strang ziehen und gemeinsam stark sind, und das hat in dem Fall leider nicht funktioniert“, so Swatek.