Vor wenigen Wochen teilte die Billig-Airline und Lufthansa-Tochter Eurowings mit, Graz als Fixstandort aufzugeben, diese Woche zog die AUA mit einer Hiobsbotschaft nach: Schon diesen Herbst wird die Flugverbindung Graz-Wien gekappt.

Flugticket-Abgabe als Hindernis

„Natürlich haben wir es sehr bedauert, dass die AUA die wirtschaftliche Entscheidung getroffen hat, die Flüge zwischen Graz und Wien einzustellen. Das macht doch ungefähr 60.000 Passagiere im Jahr aus. Aber was wir geschafft haben, ist in sehr kurzer Zeit gemeinsam mit der Lufthansa- und der AUA-Gruppe die Kapazitäten auf den wichtigen Zubringerstrecken nach Frankfurt, Zürich und München auszubauen. Wir glauben, dass wir sie großteils kompensieren können“, so Flughafengeschäftsführer Wolfgang Grimus im Samstagsgespräch.

Der Grazer Flughafengeschäftsführer Wolfgang Grimus im Samstagsgespräch mit ORF-Steiermark-Moderator Thomas Weber.

Generell ist es keine leichte Zeit für die Branche: Was muss sich aus Sicht des Regionalflughafengeschäftsführers tun, damit man auch in Zukunft konkurrenzfähig bleibt? „In Österreich wird eine Flugticket-Abgabe in der Höhe von zwölf Euro pro Passagier eingehoben, in 19 anderen europäischen Ländern nicht. Und da sehen wir schon einen Wettbewerbsnachteil. Da sind Strecken-Streichungen wie Graz-Wien oder dass die Ryanair Flugzeuge nach Bratislava verlagert, die sich aus Salzburg und Wien zurückziehen, schon ein Alarmsignal in Richtung auch der Bundesregierung.“

Grimus schlägt vor, „dass man diese Ticketabgabe komplett abschafft oder deutlich reduziert. Das ist ein Entscheidungskriterium für die Airlines: Kosten runter. Das ist definitiv ein Schlüssel zum Erfolg, dass wir weiterhin gut angebunden sind oder auch Airlines dazu bringen, Graz stärker oder Österreich stärker anzufliegen“.

Zwischensaison im Fokus

Es gebe aber auch ein Umdenken, man sehe einen Trend „über die letzten Jahre, wo sich neue Zwischensaisonen bilden. Stichwort Herbstferien. Das heißt, die Saison wird stärker in den Herbst verlängert, auch Stichwort Ostern; dass die Airlines auch touristische Destinationen zu Warmwasserzielen im Mittelmeer schon früher beginnen“, so Grimus.