In ganz Österreich gibt es bisher neun Bahnhöfe, auf denen ein Alkoholverbot für den gesamten Bahnhofsbereich gilt – etwa in Wien, Innsbruck oder Salzburg –, und dort habe sich das Modell auch bewährt, heißt es seitens der ÖBB. Schon bald könnten daher weitere Bahnhöfe dazukommen – mehr dazu in Alkoholverbot: ÖBB prüfen weitere Bahnhöfe (wien.ORF.at).
Handlungsbedarf auch in Graz
Auch in Graz sehen die ÖBB durchaus Handlungsbedarf: „Aus unserer Sicht ist es begrüßenswert, wenn wir Alkoholverbotszonen haben – zum einen für den Schutz der Reisenden, zum anderen aber auch zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt ÖBB-Sprecher Herbert Hofer.
Derzeit werde geprüft, ob so ein Alkoholverbot auch umsetzbar wäre: „Es ist vor allem einmal notwendig, die Hausordnung zu ändern. Wir prüfen jetzt vor allem alle größeren Bahnhöfe, wo es möglich wäre, diese Alkoholverbotszonen einzurichten, müssen aber natürlich immer Rücksprache auch mit der Exekutive und den Gemeinden und Grundstückseigentümern halten.“
Mögliches Verbot bereits 2019 diskutiert
Die Diskussion ist allerdings nicht neu: Bereits im Jahr 2019 wurde laut über ein Alkoholverbot auf dem Grazer Bahnhofsgelände nachgedacht. Dafür sprach sich unter anderem die Polizei aus, weil es immer wieder zu Einsätzen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum kam. Die ÖBB hingegen forcierten ein Alkoholverbot auf dem Bahnhof damals nicht weiter, und auch eine von der Stadt Graz eingerichtete Arbeitsgruppe lehnte ein lokales Alkoholverbot am Grazer Hauptbahnhof und dessen Vorplatz letztlich ab. Stattdessen wurde die Polizeipräsenz verstärkt und es wurde häufiger kontrolliert.
ÖBB prüft Alkoholverbot auf Grazer Bahnhof
Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) hat die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beauftragt, an stark besuchten Bahnhöfen die Umsetzung eines Alkoholverbots zu prüfen. Die ÖBB bezeichnen ein solches Verbot als „begrüßenswert“ und prüfen eine mögliche Umsetzung auch in Graz.
Schon seit 2018 sind zudem sogenannte Body-Cams im Einsatz – kleine Videokameras, die sich Zugbegleiter an die Jacke stecken können. Sie hätten die Sicherheit der Belegschaft spürbar erhöht, hält der Verkehrsminister fest: „Die bisherigen Fortschritte zeigen, dass die gesetzten Maßnahmen greifen. Gleichzeitig ist klar: Beim Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen wir nicht nachlassen“, so Hanke.
Entscheidung in kommenden Monaten
Die Entscheidung, für welche Bahnhöfe konkret nun eine Ausweitung des Alkoholverbots infrage komme, werde in den kommenden Monaten fallen – Fixkandidaten gibt es noch keine. Ein mögliches Alkoholverbot in den Zügen selbst werde von den ÖBB zumindest angedacht, hieß es aus dem Verkehrsministerium: Hier müsse jedoch zuerst die aktuelle Situation analysiert werden bzw. erst mögliche Rahmenbedingungen untersucht werden.