Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) stellte am Dienstag in Wien beim zweiten Trinkwassergipfel den Anfang Juni angekündigten Entwurf für ein „Wasserentnahmeregister“-Verordnung vor. Zu diesem Anlass präsentierte Tirols LHStv Josef Geisler in Wien das Trinkwasserversorgungskonzept des Landes Tirol.

Trinkwassergipfel: Klimawandel fordert die Wasserwirtschaft

Länger werdende Hitzeperioden und damit einhergehende starke Trockenheit stellen die heimische Wasserwirtschaft auf die Probe.

10.000 Quellen in Tirol

Trinkwasser sei in Tirol insgesamt ausreichend vorhanden, „rund 10.000 Quellen gibt es in Tirol vom Gebirge heraus – weniger als die Hälfte wird jedoch genutzt“, so Geisler. Doch auch in Tirol gebe es Regionen, die haushalten müssen, sagte Geisler und nannte etwa die Kalkalpen, da gebe es bereits Probleme mit der Versorgung, die nur durch Wassertransport per Pumpe zu lösen sei.

Erschließung zusätzlicher Brunnen

Vom Land hieß es, die öffentlichen Wasserversorger seien gefordert, die Trinkwasserversorgung krisensicher aufzustellen, sodass diese auch beim kurzfristigen Ausfall einer Quelle aufgrund längerer Trockenperioden oder Naturereignissen gewährleistet ist. Zu den Maßnahmen zähle insbesondere das Erschließen zusätzlicher Quellen oder Brunnen als „zweites Standbein“ für die eigene Anlage und die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit.

Benachbarte Gemeinden arbeiten in der Trinkwasserversorgung zusammen, indem sie Verbindungsleitungen installieren, um sich bei Bedarf gegenseitig aushelfen zu können, so das Land. Im Falle eines Engpasses in einer Gemeinde könne die Wasserversorgung kurzfristig durch die andere Gemeinde mitgetragen werden. Beispiele solcher Zusammenarbeit gebe es seit einiger Zeit in ganz Tirol, etwa im Oberen Gericht mit dem Wasserverband Prutz-Faggen-Ried oder im Unterland mit dem Wasserverband Mittleres Zillertal.

Pro-Kopf-Verbrauch an Wasser ist gesunken

Der jährliche Wasserverbrauch aus der öffentlichen Wasserversorgung stieg laut dem Land Tirol in den vergangenen vier Jahrzehnten aufgrund der Bevölkerungs- und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der klimatischen Veränderungen von rund 57,5 Millionen Kubikmetern auf rund 70 Millionen Kubikmeter um knapp 20 Prozent.

Der Pro-Kopf-Verbrauch sei im selben Zeitraum hingegen um 16 Prozent zurückgegangen: Während im Jahr 1986 noch rund 300 Liter pro Hauptwohnsitz und Tag (inkl. öffentlich mitversorgter Verbraucher wie Gewerbe, Tourismus, Landwirtschaft, Industrie) verbraucht worden seien, seien es heute rund 250 Liter.