Während 2018 rund ein Viertel der österreichischen Gemeinden unter sehr hoher oder hoher Hitzebelastung litten, waren es im ersten Halbjahr 2026 bereits über die Hälfte. Die Tallagen in VorarlbergBregenz, Dornbirn und Feldkirch – gehören laut GeoSphere Austria zu jenen „tiefen Lagen des Westens", in denen die Hitzebelastung besonders stark zugenommen hat.

In Bregenz wurde am 17. Juni der erste Hitzetag des Jahres mit über 30 Grad Celsius gemessen – der Beginn einer Hitzewelle, die bis Ende Juni andauerte. Zwischen zehn und 14 Hitzetage in Folge verzeichneten die Gemeinden unterhalb von 800 Metern Seehöhe, darunter auch viele bevölkerungsreiche Rheintal-Gemeinden.

Bregenz bei Hitzetagen an der Spitze

Auch die Landeshauptstadt Bregenz ist vom Trend betroffen: Die Anzahl der Hitzetage hat im Vergleich zu vergangenen Klimaperioden deutlich zugenommen. Zwischen 1961 und 1990 waren Hitzetage noch seltene Ereignisse, zwischen 1991 und 2020 stiegen sie moderat an – doch die Jahre 2020 bis 2025 sowie das laufende Jahr 2026 zeigen einen massiven Anstieg.

Tropennächte belasten besonders

Besonders belastend für die Gesundheit sind neben den hohen Tagestemperaturen auch die Tropennächte – Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. GeoSphere Austria betont, dass die Zunahme von Tropennächten besonders im östlichen Flachland, aber auch in tiefen Lagen des Westens ausgeprägt ist. In der Nacht vom 28. auf den 29. Juni wurden an 94 Wetterstationen in Österreich Tropennächte registriert – ein vorläufiger Höhepunkt der Hitzewelle.

Lech ohne Hitzetage – aber deutlich wärmer als üblich

Während in den Tallagen die Thermometer auf über 30 Grad kletterten, blieb Lech im Arlberggebiet von klassischen Hitzetagen verschont, dennoch war es deutlich wärmer als üblich. Die Gemeinde auf rund 1.400 Metern Seehöhe verzeichnete heuer bislang keinen einzigen Hitzetag – gemeinsam mit Innervillgraten in Tirol waren es die einzigen Gemeinden Österreichs ohne solche Extremwerte.

Dennoch war auch im Hochgebirge die Abweichung vom langjährigen Klimamittel deutlich spürbar: Laut GeoSphere Austria lag die Lufttemperatur in der zweiten Junihälfte rund fünf Grad über dem Klimamittel 1991–2020 und sogar sieben Grad über jenem von 1961–1990.

Klimawandel verlängert Hitzewellen massiv

Die aktuelle Hitzewelle steht im Einklang mit dem langfristigen Trend zu mehr extremer Hitze im Klimawandel. „Im heutigen Klima dauern die stärksten Hitzewellen im Mittel rund sieben Tage länger als um 1960, das entspricht einer Zunahme um etwa 140 Prozent", erklärt Alexander Orlik, Klimatologe bei GeoSphere Austria. Flächendeckende Auswertungen mit dem SPARTACUS-Datensatz zeigten eine deutliche Zunahme extremer Hitzetage und Tropennächte – „besonders im östlichen Flachland sowie in tiefen Lagen des Westens", so Orlik.

Da der August und in gewissem Maße der September zu den wärmeren Monaten des Jahres zählen, könnten sich die Zahlen bis zum Ende des Sommers noch erheblich ändern, heißt es in einer Aussendung des Complexity Science Hub. Die bisher verfügbaren Daten lieferten dennoch einen ersten Überblick und ließen klare Trends erkennen.