Mit den Maßnahmen solle die Landwirtschaft unkompliziert entlastet werden, so Landeshauptmann Markus Wallner und Agrarlandesrat Christian Gantner (beide ÖVP) in einer Aussendung. Fünf der Maßnahmen sollen den Bauern sofort helfen.
Als eine Sofortmaßnahme wird die Mahd auf Streuwiesen heuer einmalig vorverlegt und ist jetzt schon möglich, um rasch zusätzliches Viehfutter zu gewinnen – mehr dazu in Streuwiesen als letzte Reserve. Zudem dürfen bis zu 30 Prozent des Jahresfutterbedarfs von Biobetrieben heuer aus konventioneller Quelle zugekauft werden, ausgenommen Silomais und Maissilage. Eine entsprechende Verordnung für die Mahd in Naturschutzgebieten soll noch am Donnerstag kundgemacht werden.
Weil im Tal wegen der Trockenheit vielerorts keine Weiden zur Verfügung stünden, sei es wichtig, die Tiere möglichst lange auf den Alpen zu halten. Daher unterstütze man Wasserversorgungsflüge finanziell. Man müsse nun „schnell und unbürokratisch handeln“, so Wallner und Gantner.
Akute Sofortmaßnahmen
Mähtermin Streuwiesen: Die Mahd auf Streuwiesen wurde im heurigen Jahr einmalig auf den 12. August vorverlegt, um rasch zusätzliches Futter zu gewinnen.
Ausnahmeregelung Futterzukauf für Biobetriebe: Ebenfalls auf Grund des fehlenden Futterangebotes ist es Biobetrieben in diesem Jahr erlaubt, bis zu 30 Prozent des Jahresfutterbedarfes der gehaltenen Tiere, auch konventionelles Futter zuzukaufen. Ausgenommen davon sind Silomais und Maissilage.
Wasserversorgungsflüge auf Alpen: Weil in den Tallagen aufgrund der Trockenheit vielerorts keine Viehweiden zur Verfügung stehen, sei es wichtig, die Tiere möglichst lange auf den Alpen zu halten. Deshalb werden Wasserversorgungsflüge finanziell unterstützt.
Nachnutzung von Magerwiesen: Die Möglichkeit einer flexiblen Nachnutzung von Magerwiesen soll unter bestimmten Voraussetzungen über Antrag möglich sein.
Beratungsangebot zu Futtermangel und Futterbörse: Die Landwirtschaftskammer Vorarlberg verstärkt ihr Angebot im Bereich der Fütterungsberatung.
Außerdem verweist die Landesregierung in der Aussendung auf bereits bewährte Unterstützungsmodelle, unter anderem die Dürreversicherung oder die Förderung von Bewässerungsanlagen.
Dringender Appell an das Finanzministerium
Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz richtete Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zudem einen dringenden Appell an das Finanzministerium. Dieses solle die Initiativen des Landwirtschaftsministeriums unterstützen, so Wallners Forderung. Es brauche rasche und wirksame Maßnahmen, um die Existenz der bäuerlichen Betriebe und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
„Wir dürfen unsere bäuerlichen Betriebe in dieser schwierigen Situation nicht im Stich lassen. Der Bund ist gefordert, jetzt rasch und entschlossen zu handeln“, so Wallner. Neben kurzfristigen Hilfen sei es notwendig, auch auf längere Sicht die Risikovorsorge in der Landwirtschaft zu stärken.
Wallner unterstrich den akuten Handlungsbedarf auch im Hinblick auf die Lebensmittelproduktion: „Aktuell können unsere Landwirtinnen und Landwirte die Versorgungssicherheit noch gewährleisten. Damit das so bleibt, braucht es gezielte und rasch wirksame Maßnahmen. Nur so können wir die Wirtschaftlichkeit und Produktionsfähigkeit unserer Betriebe sichern.“