Die Reform werde das Bundesheer wehrhafter machen, davon zeigte sich Eder überzeugt. Durch die zusätzlichen Milizübungen werde die Reaktionsfähigkeit des Heers verbessert: „Jetzt haben wir dann mit diesen zwei Monaten Truppenübungen, die anschließen, eine Phase von zwei Monaten, wo wir wirklich einsatzbereite Verbände für gewisse Aufgaben haben. Die zwei Monate nützen wir, um uns für die volle militärische Landesverteidigung vorzubereiten. Wir haben hier dann ein Potenzial von Soldaten und Soldatinnen, die nach sechs Monaten einen gewissen Ausbildungsstand erreicht haben und dann zwei Monate tatsächlich auch bei uns verfügbar sind.“

Wehrreform

Die Bundesregierung hat ein neues Wehrdienstmodell vorgestellt. Künftig sollen sechs Monate Grundwehrdienst mit zwei Monaten Truppenübungen verbunden werden. Zusätzlich ist ein Monat Milizübungen innerhalb von zehn Jahren vorgesehen. Kärntens Militärkommandant Philipp Eder sieht darin eine Stärkung der Einsatzfähigkeit.

Gewünscht hätte sich Eder allerdings ein anderes Modell. Er hätte ein Konzept mit acht Monaten Grundwehrdienst und zwei Monaten Milizübungen bevorzugt. Dieses Modell war auch von der Wehrdienst-Kommission empfohlen worden.

Kürzere Dauer oft entscheidend für Grundwehrdienst

In Kärnten entscheiden sich im Vergleich zu anderen Bundesländern verhältnismäßig viele junge Männer für den Grundwehrdienst statt für den Zivildienst. Ob sich das durch die Reform ändern werde, wollte Eder nicht prognostizieren. Er verwies jedoch darauf, dass die kürzere Dauer des Wehrdienstes bisher ein Argument für das Bundesheer gewesen sei. "Natürlich besteht die Verlockung, und das weiß ich auch von einigen jungen Männern, dass jetzt schon einige deswegen zum Bundesheer eingerückt sind, weil der Wehrdienst kürzer war“, sagte Eder. Nun müsse sich das Bundesheer weiterhin attraktiv präsentieren.

Urlaubsregelung muss ausgearbeitet werden

Das Militärkommando Kärnten beschäftigt sich laut Eder bereits mit der praktischen Umsetzung der Reform. Die Truppenübungen müssten an die höhere Zahl an Soldatinnen und Soldaten angepasst werden. „Wir werden uns auch überlegen müssen, wie diese zwei Monate Truppenübung gleich im Anschluss an den Grundwehrdienst möglichst effizient abgehandelt werden", so Eder. Auch eine neue Urlaubsregelung müsse ausgearbeitet werden.

Das Militär muss aber flexibel bleiben, denn die Regierung muss für die Reform noch eine Zweidrittelmehrheit im Parlament finden.