Lange war unklar, welche Plattformen unter das geplante Social-Media-Verbot in Österreich fallen werden. Von der Bundesregierung heißt es, alle Plattformen mit sogenannten suchtfördernden Funktionen sollen erfasst werden. Gemeint sind etwa Mechanismen wie das endlose Scrollen oder die automatische Wiedergabe von Videos, wie man sie von Instagram oder TikTok kennt.

Grundsätzlich positiv sieht das Gesetzesvorhaben Valerie Hase, Medienwissenschaftlerin an der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt. Dort, wo es ein ähnliches Verbot schon gibt, zum Beispiel in Australien, zeige sich aber, dass sich nicht alle an das Verbot halten würden. Dort würden auch viele Jugendliche das Social Media-Verbot mit Zweitaccounts weiterhin umgehen. Erste Studien zeigen zudem keine Verringerung der Zeit, die sie auf sozialen Medien verbringen. Dies könne darauf hindeuten, dass das Verbot seine gewünschte Wirkung nicht erzielt.

Liebhauser: Auch Eltern sollen Maßstäbe setzen

Viel wichtiger als das Verbot seien deshalb Maßnahmen der Regierung, um die Medienkompetenz der Kinder zu steigern, sagt Hase. Ähnlich sieht das die Kärntner Kinder- und Jugendanwältin Astrid Liebhauser. Sie sieht die Eltern in der Pflicht: „Da müssten wir einfach auch ansetzen, um den Eltern und den Erziehenden bewusst zu machen, dass sie eine ganz große Verantwortung haben, wie viel Social Media, wie viel Kontakt zu dieser großen virtuellen Welt sie Kindern ab welchem Alter erlauben und wo nicht.“ Das geplante Social-Media-Verbot soll schon mit Jahreswechsel in Kraft treten.