Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat erneut Ziele in der jemenitischen Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen. Anrainerinnen und Anrainer berichteten der Nachrichtenagentur dpa, sie hätten gestern mehrere Explosionen am Stadtrand von Marib gehört.

Über einem Militärlager der international anerkannten jemenitischen Regierung seien Rauchwolken aufgestiegen. Es gab Berichte über mehrere Tote. Das Gesundheitsministerium teilte mit, die Huthi-Miliz habe Wohngebiete und Lager für Binnenvertriebene in Marib angegriffen. Mindestens zwei Personen seien getötet worden, 14 weitere Menschen verletzt.

Aus Militärkreisen hieß es, dass bei einem Angriff auf Stellungen regierungstreuer Truppen in der Provinz Marib mindestens zwei Militärangehörige getötet und drei weitere verletzt wurden.

Huthis bestätigen Angriff

Die Miliz bestätigte den Angriff. Ein Sprecher erklärte, man habe Militärlager der regierungstreuen Truppen mit einer großen Zahl von Raketen und Drohnen angegriffen. Jede militärische Aufrüstung, die mit dem „saudischen Feind“ in Verbindung stehe, werde entschieden bekämpft.

Der Konflikt zwischen den Huthis und Saudi-Arabien ist in den vergangenen Wochen neuerlich eskaliert. Am Donnerstag hatte die Miliz nach eigenen Angaben Militärlager der Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen.

Die Huthi-Miliz griff jüngst auch mehrere saudi-arabische Schiffe an oder zwangen sie zumindest zu Kurswechseln. In der Nacht auf gestern folgten auch Angriffe auf Ziele direkt in Saudi-Arabien, dabei wurden mindestens elf Menschen verletzt.

UNO-Sicherheitsrat verurteilt Angriffe

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Raketenangriffe der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien. Die Attacken bedrohten die Sicherheit in der Region und die Freiheit des Schiffverkehrs, hieß es in einer in der Nacht veröffentlichten Stellungnahme der Mitgliedsländer des mächtigsten UNO-Gremiums.

Die Huthi-Miliz wurde darin aufgefordert, von einer Eskalation abzusehen. Stattdessen sollten bestehende Dialogkanäle genutzt werden. Die Vereinten Nationen forderten eine Rückkehr zur Diplomatie, wie der Sicherheitsrat mitteilte.