Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft liegt laut aktuellen Zahlen der österreichischen Hagelversicherung bei bisher einer Milliarde Euro. Wegen der anhaltenden Trockenheit wird die Lage für die heimischen Bäuerinnen und Bauern immer prekärer. Angesprochen auf das von den Landwirtinnen und Landwirten geforderte Hilfspaket und den Eindruck vieler Bauern, dass sich die Bundesregierung mit Hilfsmaßnahmen bisher Zeit gelassen habe, pochte Mikl-Leitner im Ö1-Sommerinterview auf „konkrete Maßnahmen“.

Die Hagelversicherung, die von Bund und Land unterstützt wird, sei „eine erste Hilfe“ und „ein gutes Instrumentarium“, um Schäden abzudecken, sagt Mikl-Leitner, jedoch brauche es mehr: „Es braucht weitere Hilfen, günstige Kredite oder dass man die Möglichkeit schafft, Sozialversicherungszahlungen nach hinten zu schieben. All das wird in Zukunft wichtig und notwendig sein und ich erwarte mir hier auch ganz konkrete Lösungen und einen Ansatz für unsere Landwirtschaft.“

„Paket auf den Tisch legen“

Niederösterreich stehe diesbezüglich mit dem Bundeskanzler und dem Landwirtschaftsminister in Kontakt. Gespräche habe es bereits viele gegeben, jetzt gehe es darum „dieses Paket auf den Tisch zu legen“, sagte Mikl-Leitner auch in Bezug auf den runden Tisch mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP), der für Montagnachmittag einberufen wurde – mehr dazu in Eine Mrd. Schaden durch „historische Dürre“ (news.ORF.at; 10.8.2026).

Auf die Frage, woher das Geld dafür kommen soll, sagte die Landeshauptfrau: „Ich glaube, das ist jetzt keine Frage, woher nehmen wir das Geld, sondern es ist die Frage, wie können wir der Landwirtschaft, wie können wir unseren Bäuerinnen und Bauern helfen.“ Gelder für die niederösterreichischen Landwirte aus dem Landesbudget abzuschöpfen, könne sich Mikl-Leitner vorstellen, wenn es erforderlich ist.

Energiewende soll vorangetrieben werden

Bezüglich der Hitze und der Rekordtemperaturen gelte es „alles zu tun, um die Folgen des Klimawandels so gering wie möglich zu halten, als auch die Chancen zu nutzen“, betonte die Landeshauptfrau und verwies dabei auf einen „Klima- und Energiefahrplan“, der in Niederösterreich seit 20 Jahren umgesetzt werde. Im Rahmen dessen sei es durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gelungen, die CO2-Emmissionen um mehr als 35 Prozent zu senken.

„Ich denke, man muss sich immer wieder vor Augen halten: ‚Was ist denn der größte Verursacher für den Klimawandel?‘ Das ist nach wie vor die Nutzung fossiler Energie. Und somit gilt es, diese Energiewende voranzutreiben“.

Ein weiteres Thema im Interview war die Aussage von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) vorige Woche in Bezug auf Kinderbetreuung und Care-Arbeit und seine Entschuldigung, die kurz danach folgte – mehr dazu in Stocker entschuldigt sich für Kinderbetreuung-Aussage (salzburg.ORF.at; 7.8.2026). Am Montag sagte Mikl-Leitner dazu: „Diese Aussage war falsch. Und es war wichtig, richtig und notwendig, dass er sich entschuldigt hat.“

Sozialhilfe nach NÖ-Modell gefordert

Die aktuell schwachen Umfragewerte in Bezug auf die Leistung der Bundesregierung müssten die Verantwortlichen als „Handlungsanleitung“ verstehen. Die Menschen würden sich laut Mikl-Leitner „weniger Bürokratie und weniger Steuern“ erwarten und, „dass die Wirtschaft in Gang kommt“.

Ein wichtiger Punkt sei hierbei der Bereich der Sozialhilfe, der für ganz Österreich reformiert werden müsse. Niederösterreich setze dabei bereits auf eine härtere Linie, diese müsse auch bundesweit angedacht werden.

„Ich denke, dass hier die ganze Bundesregierung, die Frau Sozialminister (Korinna Schumann (SPÖ), Anm.), gefordert ist, eine Sozialhilfe auf den Weg zu bringen für ganz Österreich unter dem Vorbild von Niederösterreich. Wir werden hier sicherlich nur zustimmen, wenn diese Sozialhilfe keinen Cent mehr kostet wie bei uns in Niederösterreich“, so Mikl-Leitner.

Offen für Kandidatur 2028

Abschließend wurde die Landeshauptfrau nach ihrem Plan für die Landtagswahl 2028 und einem neuerlichen Antreten gefragt. Ihre Antwort: „Wenn der Landesparteivorstand der Meinung ist, dass ich weiterhin Landeshauptfrau von Niederösterreich sein soll, hier es einen Beschluss gibt, dann bleibe ich weiterhin gerne Landeshauptfrau, dann kandidiere ich gerne. Denn wer mich kennt, weiß, dass ich mit unglaublich viel Herzblut für unsere Landsleute und unser Land da bin.“