Die Landwirtschaft steht aufgrund anhaltender Trockenheit und steigender Kosten unter Druck. Deshalb hat Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) ein Hilfspaket für die Bauern zugesagt. Wie das ausschauen soll, will er in den nächsten Tagen präsentieren – mehr dazu in Ringen um Hilfsgelder für Landwirtschaft (ORF.at). Der Finanzminister bremst aber, und fordert die Unterstützung aus bestehenden Landwirtschaftsbudgets.

Enorme Schäden verursacht

Der Schaden durch die Hitze liegt auch in Vorarlberg auf Rekordhöhe. Die österreichische Hagelversicherung geht von einem Betrag von 18 Millionen aus, hauptsächlich geht es dabei um Dürreschäden. Dazu kommen noch einmal 100.000 wegen Hagel, Hochwasser oder Sturm. In Vorarlberg haben in erster Linie Grünflächen die Folgen der wochenlangen Hitze abbekommen. Die Erträge sind von schlechter Qualität oder stark vermindert. Damit fehlt den Bauern Futter für ihre Tiere, sie müssen zu hohen Preisen zukaufen. Eine Preisspirale kommt in Gang, die von Spekulanten weiter angetrieben wird. Die Bauern verlangen von der Bundesregierung seit Tagen Unterstützung.

„Rasche Hilfe notwendig“

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger übt im ORF Vorarlberg-Interview Kritik am Finanzminister. In einer angespannten wirtschaftlichen Lage verärgere die Aussage, dass Finanzhilfen aus dem bestehenden Landwirtschaftsbudget kommen sollten. Dies sei laut Moosbrugger unhaltbar, da die Budgets bereits stark gekürzt wurden. In dieser Notsituation sei die Sicherung der Liquidität und das Überleben der landwirtschaftlichen Betriebe zentral.

Moosbrugger fordert vom Landwirtschaftsminister, dass das Agrarumweltprogramm an die Notsituation angepasst werde. Das heiße: Es brauche mehr Flexibilität statt starrer Vorgaben, zum Beispiel bei den Mähterminen oder Futterzukaufsregelungen. Zusätzlich müssen laut Moosbrugger finanzielle Mittel bereitgestellt werden, um die extrem gestiegenen Kosten abzudecken, zum Beispiel für Futtermittel. Bis Geld fließe, werde es aber noch länger dauern, es brauche aber eine klare Botschaft, dass Geld kommen wird und dass müsse noch im August passieren.

Moosbrugger: Trotz Versicherung braucht es Hilfe

Immer mehr Vorarlberger Landwirte würden sich zwar eine Risikoversicherung abschließen, sagt Moosbrugger gegenüber dem ORF Vorarlberg. Der Anteil im Ackerbau liege hier bei 80 Prozent, im Grünland-Bereich seien es 40 Prozent – da liege Vorarlberg im Bundesschnitt. Die Länder und der Bund dürfen hier aber trotzdem nicht sparen, der Landwirt könne diese enormen Versicherungsbeiträge nicht alleine stemmen.

Diskussionsbedarf dürfte es noch geben, ob Betriebe ohne Versicherung gleich viel bekommen, wie die versicherten. Eine Option laut Moosbrugger wäre, dass die Hilfe an die Verpflichtung zur Teilnahme eines Versicherungssystems geknüpft ist, so Moosbrugger im ORF Vorarlberg-Interview.