Die Regierung könnte am Montag nur verpflichtende Milizübungen beschließen – im Ausmaß von drei Monaten. Der Wehrdienst mit sechs Monaten soll aber so bleiben. Laut Oberösterreichs Militärkommandant Dieter Muhr ist das jedoch zu wenig, denn es brauche mehr Zeit für Übungen im Verband. „Bei sechs Monaten habe ich den Nachteil, dass das Üben an sich in der Gemeinschaft zeitlich nicht möglich ist. Das ist für eine Armee unerlässlich.“
Eine Einigung sei jedoch mittlerweile dringend notwendig, denn angesichts internationaler Bedrohungslagen stehe auch Österreich im Ausland unter Beobachtung. „Unser Abwehrsystem entscheidet sich jetzt. Wir müssen jetzt ein deutliches Signal nach außen senden. Wir sind bereit, uns zu verteidigen, und wir kommen mit einem Wehrdienstmodell, das plausibel und für alle verständlich ist.“ Nur so würde man auch eine Armee zustande bringen, „die diese Bezeichnung auch verdient“, so Muhr.
Neues Gerät für Militärkommando
Zudem bekomme das Militärkommando neues Gerät. Um den Umgang damit ordentlich zu erlernen, brauche es zwei zusätzliche Monate. Daher spricht sich Oberösterreichs Militärkommandant auch klar für einen längeren Wehrdienst von acht Monaten aus – und zusätzliche Milizübung im Anschluss.
Zivildienst muss auch angepasst werden
Muhr hofft nun aber auch auf eine spürbare Verlängerung des Zivildienstes: „Der Zivildienst muss in der Dauer und Länge natürlich auch so gestaltet sein, dass er nicht eine bessere Variante als der Wehrdienst ist.“ Eine Attraktivierung des Zivildienstes würde ansonsten dem Bundesheer schaden.