Die neue Regelung soll mit Beginn des kommenden Jahres umgesetzt werden. Dann soll der Grundwehrdienst sechs plus drei Monate dauern.
Der Zivildienst soll ebenfalls – zunächst noch freiwillig – auf neun plus zwei Monate ausgeweitet werden. Für eine Verlängerung des Zivildienstes braucht es jedoch noch eine Zweidrittelmehrheit durch die Opposition.
Freiwilligkeit bei Zivildienst wird evaluiert
Außerdem soll die freiwillige Verlängerung des Zivildienstes auch wissenschaftlich evaluiert werden. Ob sich ab Jänner 2027 genug Freiwillige für einen verlängerten Zivildienst melden, ist fraglich. Sollten sich zu wenige melden, dann dauert der Zivildienst für alle verpflichtend zwei Monate länger.
Für Oberösterreichs Militärkommandant Dieter Muhr war ursprünglich der Wehrdienst im Ausmaß von sechs Monaten mit zusätzlich drei Monaten Milizübungen zu wenig – mehr dazu in Wehrdienstreform: „Müssen deutliches Signal senden“.
Mehr Gehalt und Urlaubstage im Grundwehrdienst
Das Wehrdienst-Modell entspreche dem sogenannten Stufenmodell der Wehrdienstkommission, hieß es von der Bundesregierung. Direkt im Anschluss an den Kern-Grundwehrdienst finden verpflichtende Truppenübungen statt. Zudem müssen innerhalb von zehn Jahren nachgelagerte Milizübungen absolviert werden.
Darüber hinaus soll der Grundwehrdienst durch eine Anhebung der finanziellen Vergütung auf 1.000 Euro und die Einführung von Urlaubstagen attraktiver werden.
Organisationen orten „guten Kompromiss“
Im Studiogespräch in „Oberösterreich Heute“ begrüßten der Militärkommandant Dieter Muhr und der Rot-Kreuz-Präsident Gottfried Hirz die präsentierte Reform durchaus.
Grundwehrdienst-Reform: Experten im Studio
Obwohl nicht das vom Bundesheer präferierte Modell der Wehrdienstreform, sieht Oberösterreichs Militärkommandant Dieter Muhr das Bundesheer gestärkt. „Damit lässt sich schon etwas anfangen“, so Muhr. Ein längerer Wehrdienst sei notwendig, um Soldatinnen und Soldaten mit modernen Geräten vertraut zu machen.
Auch der Rot-Kreuz-Präsident Gottfried Hirz hält die Reform für „eine sehr gute Lösung“. „Ich gehe davon aus, dass diese zusätzlichen und freiwilligen zwei Monate auch angenommen werden“, sagt Hirz.