„Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch“, meinte der ÖVP-Obmann in einer Aussendung. Stocker hatte am Donnerstag bei einem Auftritt in Salzburg von einer Zuseherin darauf angesprochen, was er für Mütter zu tun gedenke, gemeint: „Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit.“ Er habe seine Kinder nicht als Rechenspiel erzogen, „was kriege ich dafür“.
„Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit“, schrieb Stocker nun zu Mittag. „Kinderbetreuung ist Arbeit. Gerade Frauen, die in den allermeisten Familien immer noch den Großteil der Kindererziehung übernehmen, leisten damit Großartiges“, heißt es weiter in seiner Aussendung.
Stocker betonte weiter, dass Mütter, Väter, Großeltern alle Großartiges leisten würden bei der Betreuung und Erziehung unserer Kinder und einen unermesslichen Beitrag für unsere Gesellschaft und die Zukunft unseres Landes. „Dafür verdienen sie unseren Dank, unsere Hochachtung und unsere Unterstützung“, so der Kanzler.
Mikl-Leitner verteidigte Kanzler
VP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß betonte in einer Aussendung die Klarstellung Stockers und meinte: "Unser Auftrag als Politik ist es, die Leistung der Mütter zu würdigen und Frauen bestmöglich zu unterstützen: mit einer guten Kinderbetreuung, echter Wahlfreiheit und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Davor war schon Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Stocker zur Seite gesprungen: „Ich kenne unseren Kanzler so, dass er meint, dass unsere Kinder für uns Eltern bei aller Arbeit, aber vor allem noch viel mehr Freude bedeuten. Und so würde ich ihn auch verstehen.“
Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler von der ÖVP stellt sich nach der Debatte um Christian Stockers Aussagen zur Kinderbetreuung hinter den Bundeskanzler. Als ehemals alleinerziehende Mutter wisse sie, wie fordernd Kinderbetreuung sei, sagt die ÖVP-Politikerin. Mütter und Väter leisteten Großartiges und verdienten die Unterstützung der Politik.