Stocker hatte am Donnerstag bei einem Auftritt in Salzburg von einer Zuseherin darauf angesprochen, was er für Mütter zu tun gedenke, gemeint: „Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit.“ Er habe seine Kinder nicht als Rechenspiel erzogen, „was kriege ich dafür“ – mehr dazu in Stocker rudert nach Kritik an Aussage zurück.
Khom: „Aussagen werden Lebensrealität nicht gerecht“
Über die Aussagen des Bundeskanzlers verwundert zeigte sich auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom: „Sie werden der heutigen Lebensrealität von Familien nicht gerecht. Natürlich ist Kinderbetreuung von Liebe geprägt – sie darauf zu reduzieren, greift aber viel zu kurz. Elternschaft ist keine klassische Erwerbsarbeit. Es gibt dafür keinen Urlaubsanspruch, keine freien Wochenenden und oftmals auch keinen Feierabend. Dafür gibt es – und das weiß ich aus eigener Erfahrung als Mutter – eine ständige Rufbereitschaft.“
Wer Kinder großziehe, übernehme jeden Tag für Tag Verantwortung und leiste einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft: "Kinderbetreuung ist vor allem Verantwortung, Zeit und Arbeit. Und diese Arbeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet – oft zusätzlich zum Beruf, zum Haushalt und zur Pflege von Angehörigen. Diese Mehrfachbelastung dürfen wir nicht romantisieren, sondern müssen sie stärker anerkennen,“ so Khom.
Öffentliche Entschuldigung
Bundeskanzler Stocker entschuldigte sich inzwischen öffentlich für seine Aussage, dass Kinderbetreuung keine Arbeit sei: „Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch“, meinte der ÖVP-Obmann in einer Aussendung. Davor hatten sich nicht nur FPÖ und Grüne in zahlreichen Aussendungen empört gezeigt, sondern auch der Koalitionspartner SPÖ und die eigene Partei.