Bei Gesprächen in Kairo über eine Entwaffnung der palästinensischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen soll es Fortschritte gegeben haben.
Das bestätigten auch Hamas-Kreise. Bei intensiven Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt sei weitgehende Einigkeit über einen 15-Punkte-Fahrplan erzielt worden. Auch israelische Medien berichteten zunächst über entsprechende Fortschritte. Ein israelischer Regierungsvertreter versetzte den Erwartungen jedoch einen Dämpfer.
Israel muss dafür Truppen zurückziehen
Die Vermittler seien noch in Kontakt mit Israel, um letzte Details zu klären, hieß es aus Hamas-Kreisen. Die Hamas ist demnach bereit, ihre Waffen unter die Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung sowie der internationalen Vermittler zu stellen.
Eine Übergabe an Israel sei nicht vorgesehen. Im Gegenzug müsse Israel seine Truppen komplett aus dem Gazastreifen abziehen und gezielte Tötungen in dem Palästinensergebiet stoppen.
Vorgesehen sei auch, dass die palästinensische Übergangsverwaltung „volle Verantwortung“ für die Rechte von Angestellten im Gazastreifen übernehme, die zuvor Teil der Hamas-Verwaltung waren. Ein israelischer Regierungsvertreter teilte mit, Israel fordere eine vollständige Entwaffnung der Hamas, „einschließlich des Abtransports sämtlicher Waffen aus dem Gazastreifen und einer vollständigen Entmilitarisierung des Küstengebiets als Voraussetzung für jeden weiteren politischen Prozess“.
Zentraler Punkt in Trumps Friedensplan
Der diskutierte 15-Punkte-Plan erfülle diese Forderungen nach israelischer Auffassung nicht ausreichend, hieß es. Es werde bis zur vollständigen Entwaffnung der Hamas und Entmilitarisierung des Gazastreifens keinen Abzug der israelischen Armee von der „gelben Linie“ geben.
Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas war noch nicht umgesetzt worden. Die Organisation hatte eine Abgabe ihrer Waffen bisher abgelehnt.
Tote bei israelischen Angriffen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen trotz der geltenden Waffenruhe sind laut palästinensischen Angaben unterdessen mindestens vier Menschen getötet worden.
In Chan Junis im Süden des Küstengebiets seien bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager ein Mann und ein achtjähriges Mädchen ums Leben gekommen, teilten Mitarbeiter der von der Terrororganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde heute mit.
In der Flüchtlingssiedlung al-Bureidsch im Zentrum des Gazastreifens schlug den Angaben zufolge eine Rakete in ein Haus ein. Dabei sei ein 18 Monate altes Kind getötet worden, mindestens acht weitere Menschen seien verletzt worden.
Zudem wurde bei israelischem Beschuss in der Nähe eines Vertriebenenlagers in Gaza-Stadt ein Mensch getötet, zehn weitere wurden verletzt. Das israelische Militär erklärte, die Angriffe hätten Kämpfern der radikalislamischen Hamas gegolten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.