Ab 1. Jänner kommenden Jahres soll der Grundwehrdienst um drei Monate mit verpflichtenden Truppenübungen verlängert werden. Beim Zivildienst soll eine freiwillige Verlängerung um zwei Monate möglich sein bzw. eine verpflichtende Verlängerung auf elf Monate kommen, sollte die Zahl der Grundwehrdiener zu gering sein – mehr dazu in Koalition einigt sich auf längeren Wehrdienst (news.ORF.at; 27.7.2026).

NEOS-Landeschefin Indra Collini begrüßt die Einigung der Regierungsparteien: „Die Sicherheitslage in Europa hat sich dramatisch verändert. Deshalb setzt die Bundesregierung heute die richtigen Schritte: Wir machen den Wehrdienst attraktiver, verbessern die Ausbildung und stärken die Miliz. Das alles soll schlussendlich zu einer freiwilligen Entscheidung für den Wehrdienst führen – ohne den Zivildienst unattraktiver machen zu müssen“, betont sie in einer Aussendung.

Auch Niederösterreichs Militärkommandant Georg Härtinger zeigt sich mit der Verlängerung des Wehrdienstes zufrieden: „Es wurde eine Lösung gefunden, die die Republik sicherer und den Wehrdienst attraktiver macht und die Einsatzbereitschaft der Miliz durch mehr Übungen stärkt. Eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“, hält er fest.

Hameseder: „Nicht die optimale Lösung“

Nicht vollends vom gefundenen Kompromiss überzeugt ist dagegen der Vorsitzende der Wehrdienstkommission, Erwin Hameseder. Die von ihm geleitete Kommission hatte sich ursprünglich für das Modell „Österreich Plus“ – also acht Monate Wehrdienst plus zwei Monate Milizdienst ausgesprochen. Die Einigung der Regierungsparteien sei „nicht die optimale Lösung“, aber „ein wesentlicher Fortschritt“ gegenüber dem Status quo, so Hameseder.

„Es löst bei mir nicht Begeisterung aus, aber es ist schon ein Schritt, der das österreichische Bundesheer deutlich nach vorne bringen wird“, meint er. Seiner Ansicht nach sollte der Zivildienst zwölf Monate und damit deutlich länger als der Wehrdienst dauern. Sollte es zu wenige Grundwehrdiener geben, sieht er die Umwandlung der derzeit freiwillig vorgesehenen Verlängerung der Zivildienstzeit auf verpflichtende elf Monate als unabdingbar.

„Das Modell ist ein politischer Kompromiss, der zu respektieren ist“, betont Hameseder. Dieser habe auch einen Preis für die Wirtschaft, dazu werde die Organisation für das Heer komplizierter als im von der Kommission präferierten Modell.