Wenn gesetzliche Vorschriften zu Hitzeschutzmaßnahmen an Schulen kommen, gilt für Oberösterreich Gemeindebundpräsident Christian Mader (ÖVP) das Prinzip: Wer anschafft, muss auch zahlen.
Klimaanlagen finanziell schwer zu stemmen
Hitzeschutzfolien seien für Gemeinden finanziell wohl zu stemmen – schwieriger werde es bei Klimaanlagen: „Die Gemeinden sind Pflichtschulerhalter, dieser Aufgabe kommen wir auch gerne nach.“ Man brauche dafür natürlich die notwendigen finanziellen Ressourcen: „Wir Gemeinden stemmen gerade wirklich viele Aufgaben, bei denen wir bereits viele Millionen für den Bund übernehmen.“
„Wir fordern kommunale Investitionen“
Kritik übt auch der Linzer Finanzstadtrat Thomas Gegenhuber von der SPÖ. Von ihm heißt es, die Stadt Linz treffe natürlich bereits Maßnahmen gegen Überhitzung – sie ist jedoch für 60 Schulen zuständig: „Wir fordern vom Bund ein kommunales Sonderinvestitionspaket, mit dem wir diese Investitionen schnell in die Breite bringen können. Nur so kann es funktionieren.“
Gegenhuber ergänzt, dass Fernkälte auch für Schulen eine vielversprechende Option sein könnte. Einer breiten Umsetzung stünden jedoch noch technische und vor allem finanzielle Herausforderungen im Weg.
Maßnahmen je nach Region unterschiedlich
Schutzmaßnahmen sollen anhand der festgelegten Hitzewarnstufen von GeoSphere Austria nach Regionen getroffen werden können, um bei besonderer Hitzebelastung zu reagieren. Die Bundesregierung erarbeitet dazu in Abstimmung mit den Schulpartnern und den Bundesländern die notwendigen rechtlichen Grundlagen, um für den kommenden Sommer entsprechend gerüstet zu sein.
Weniger Beton, mehr Grün auf Schulhöfen
Das Bildungsministerium will auch einen Schwerpunkt im Bereich der baulichen Nachrüstung älterer Bestandsgebäude setzen. Die Maßnahmen umfassen beispielsweise den nachträglichen Einbau von Beschattungsvorrichtungen, einen Fenstertausch an Fassaden mit besonderer Hitzebelastung oder das Aufbringen von Hitzeschutzfolien, aber auch Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen in Schulhöfen.
Grüne: „Hitzeschutz darf nicht am Geld scheitern“
Die Grüne Klimaschutzsprecherin Anne-Sophie Bauer fordert mehr Investitionen in den Hitzeschutz an Schulen und Kindergärten. Der Ausbau dürfe nicht an der Finanzierung scheitern, Bund, Land und Gemeinden müssten gemeinsame Lösungen finden. Die Grünen verlangen unter anderem mehr Beschattung und Kühlung sowie einen Plan für hitzefitte Schulen.